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28.10.2003

Schneller, vernetzter, transparenter

Die "neue Wissenschaft" - vom "Elfenbeinturm" in den Cyberspace?




Medieninformation

Die "neue Wissenschaft" - vom "Elfenbeinturm" in den Cyberspace?

Ein umfassendes Kompendium zum Thema "Forschung im Internetzeitalter" legt der Wiener Technikforscher Michael Nentwich vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung in Kürze im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vor.

Michael Nentwich
CYBERSCIENCE
Research in the Age of the Internet
591 Seiten, 24x17cm, broschiert, ISBN 3-7001-3188-7
Euro 59,--

Buchpräsentation am 10. November 2003, 18 Uhr
Skylobby des Techgate Vienna, Donau-Citiy-Straße 1, 1220 Wien
Anmeldung unter Tel. +43-1-512 9050 DW 3409


Michael Nentwich - selbst Herausgeber einer elektronischen Zeitschrift und Webmaster - untersucht in einer bis dato einzigartigen Zusammenschau die dramatischen Veränderungen, die sich aus der rasanten Entwicklung des Cyberspace für die Forschung und Wissensproduktion ergeben, und formuliert sechs unmittelbare Konsequenzen für einzelne Fachgebiete, Politik, Bibliotheken und Verlage:

Die Arbeitswelt der Forschenden wird sich zunehmend "virtualisieren", sie werden zu Cyber-Nomaden. Dezentral und zeitlich "asynchron" kommunizierende internationale Projektteams, die stark vernetzt sind, werden die klassische, an den realen Kommunikationsraum gebundene Forschung schrittweise ablösen. Virtuelle Forschungsinstitute werden neben die derzeitigen Institute treten, so Nentwichs Zukunftsentwurf.

Schon jetzt stellen Forschende beachtliche Produktivitätsfortschritte durch den Einsatz der digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien fest. Der vereinfachte Zugang zu Veröffentlichungen und Primärdaten erleichtert Forschung ebenso wie die raschere Kommunikation und die neuen Möglichkeiten des verteilten Rechnens. Selbst indirekte Auswirkungen auf die Inhalte der Forschung sind bereits absehbar. So sind etwa schon heute manche Forschungsfragen nur mit Hilfe vernetzter Computer lösbar.

Elektronisches Publizieren wird in nicht allzu ferner Zukunft wissenschaftlicher Veröffentlichungen auf Papier fast vollständig ablösen. Dadurch und durch die forcierte Förderung öffentlicher "Wissensportale" eröffnet sich für die Wissenschaft die Möglichkeit, sich vom kostspieligen privatwirtschaftlich organisierten Publikationswesen zu befreien.

Wenn Kommunikation und Publikation über das WWW laufen, wird die Zugänglichkeit zu Wissen und zum Prozess der Wissensgenerierung erleichtert. Forschung wird transparenter und bekommt ein neues Schaufenster. Gleichzeitig helfen so genannte elektronische Wissensroboter ("knowbots") bei der Informationsbeschaffung aus dem WWW.

Entgegen gängiger Klischees weist Nentwich anhand einer vergleichenden Analyse der wissenschaftlichen Disziplinen nach, dass die neuen Internet-Möglichkeiten von Teilen der Geisteswissenschaft genauso intensiv eingesetzt werden wie in der Naturwissenschaft und zitiert als Beispiele die Papyrusforschung und die Geschichtswissenschaft, die intensiv mit Web-Datenbanken und Web-Kooperation arbeiten.


Zum Autor:
Michael Nentwich ist langjähriger Mitarbeiter am Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien. Seine Hauptarbeitsgebiete waren bisher institutionelle und konstitutionelle Aspekte der europäischen Integration, das europäische Lebensmittelrecht und Technikfolgenabschätzung im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien.


Weitere Information:
1. Buchinhaltsverzeichnis und Musterkapitel
2. Multimediafeature CyberScience: Zum Buch steht unter URL http://www.bmbwk.gv.at/extern/cyberscience/index.htm eine Webanimation zur Einführung ins Thema zur Verfügung.


Kontakt:
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften,
Mag. Herwig Stöger,
Tel. +43-1-5129050-3405, Fax +43-1-51581-3400,
Email: verlag@oeaw.ac.at, http://verlag.oeaw.ac.at,
Postgasse 7, A-1010 Wien