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RAUMALP: Wie aus GeographInnen PolitberaterInnen werden

Ein interdisziplinäres Forschungsteam aus GeographInnen, BiologInnen und ÖkologInnen erforscht ...



Fast zwei Drittel der Fläche Österreichs ist Alpengebiet und zirka 40 Prozent
der heimischen Bevölkerung lebt in diesem Raum. In den letzten hundert Jahren hat
sich die durchschnittliche Einwohnerzahl der österreichischen Alpengemeinden
um 79 Prozent erhöht. Im restlichen Staatsgebiet betrug der Bevölkerungszuwachs
nur 16 Prozent.

Die Alpen sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebensraumes und unseres
Lebensgefühls. Immer mehr werden sich dessen auch die PolitikerInnen und
EntscheidungsträgerInnen aus dem Land der Berge bewusst. Österreich hat 1994
als erstes Unterzeichnerland die Alpenkonvention ratifiziert, im November 2002 ist
Innsbruck zum Sitz des Ständigen Sekretariates der Alpenkonvention gewählt worden
und hat somit vier Mitbewerber aus den Nachbarländern ausgestochen. Nun liegt es
in den Händen der PolitikerInnen, die ambitionierten Ziele der Konvention in
die Tat umzusetzen.

Unter der Schirmherrschaft der ÖAW arbeiten WissenschaftlerInnen aus Wien,
Graz, Klagenfurt und Innsbruck in sieben Arbeitsgruppen an dem Projekt
"Raumalp: Raumstrukturelle Probleme im Alpenraum. Siedlung, Tourismus,
Agrarwirtschaft und Biodiversität im Spannungsfeld wirtschaftlicher
Entwicklungen und alpiner Raumordnung"
. Die Zielsetzung ist,
Grundelemente der Raumstruktur und Raumordnung zu ermitteln und
die Problemzonen und Problemfelder räumlicher Entwicklung zu identifizieren.
Auf dieser Basis können die Folgen politischer Entscheidungen
abgeschätzt werden und gleichzeitig zukünftige Maßnahmen im Sinne der
Alpenkonvention optimiert werden.

Das bis April 2004 konzipierte Projekt umfasst zunächst nur den österreichischen
Alpenraum, es ist jedoch an eine Ausweitung des Untersuchungsgebietes auf den
gesamten Alpenraum gedacht. Aufgrund des flexiblen explorativ-induktiven Forschungs-
ansatzes ist das Projekt auch inhaltlich ausbaufähig und kann an neu
auftretende Bedingungen angepasst werden. Momentan werden strukturelle Daten
über die Zeitspanne 1971 bis 2001 gesammelt und durch das Rauminformationssystem
"GALPIS" verwaltet und analysiert. Die Themenfelder sind breit gestreut.
Die sieben Arbeitsgruppen befassen sich mit den Bereichen Siedlung, Bevölkerung,
Tourismus, Landwirtschaft, Landnutzung, Biodiversität und Ökologie.

Diese Datenbank, aus der jederzeit aussagekräftige Karten erzeugt werden können,
soll sowohl PolitikerInnen als auch der Bevölkerung als Informationspool dienen.
Die Ergebnisse des interdisziplinären Projektes können die Entscheidungsgrundlage für
wirtschafts-, tourismus- und agrarpolitische sowie naturschutzfachliche Maßnahmen
bilden aber auch die Auswahl des nächsten Urlaubszieles erleichtern. Die Agrar-,
Bevölkerungs-, Tourismus- und SiedlungsgeographInnen, BiologInnen und ÖkologInnen
wollen aber vor allem ein wirksames Analyse-, Bewertungs- und Umsetzungsinstrument
schaffen, um unseren Lebensraum Alpen bestmöglich zu erforschen, zu verstehen
nd zu schützen.

Raumalp: Raumstrukturelle Probleme im Alpenraum
ÖAW-Institut für Stadt- und Regionalforschung

Rückfragen an:
Prof. Dr. Axel Borsdorf
ÖAW-Institut für Stadt- und Regionalforschung
Postgasse 7/4/2, 1010 Wien
Tel.: (+43 1) 51581/3526
E-Mail: Axel.Borsdorf@oeaw.ac.at