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10.12.2003

Feinstaub kann der Gesundheit schaden

Symposium zum Thema "Particulate Matter"
in der ÖAW  am 15. und 16. Dezember -  gesundheitliche Belastungen durch  Feinstaub und Maßnahmen zur Reduktion dieser Luftschadstoffe



Gesundheitliche Auswirkungen von Feinstaub (Particulate Matter) und Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität stehen im Mittelpunkt des Symposiums, das die Kommission für Reinhaltung der Luft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gemeinsam mit dem Umwelt- und dem Wissenschaftsministerium veranstaltet. Aktueller Anlass für die am 15. und 16. Dezember in der ÖAW stattfindende Veranstaltung ist der Abschluss des interdisziplinären Forschungsprojektes AUPHEP (Austrian Project on Health Effects of Particulates). Ziel dieses, unter Federführung der öAW-Kommission durchgeführten Projektes war es, die Immissionssituation vor allem für Staub repräsentativ für österreich zu erfassen. Dazu wurden in Wien, Graz, Linz und Streithofen (NÖ) ber jeweils ein Jahr umfangreiche Daten über Gesamtstaub und lungengängige Partikel, aber auch Daten über die Schwefel- und Stickstoffoxid-Belastung gesammelt und ausgewertet. In einem weiteren Schritt wurde der Einfluss der partikelförmigen Luftschadstoffe auf die Lungenfunktion von Menschen verschiedenen Alters epidemiologisch untersucht.
Kinder und ältere Menschen leiden besonders
Am ersten Tag des Symposiums stehen medizinische Aspekte im Mittelpunkt. Prof. Dr. Manfred Neuberger vom Institut für Umwelthygiene der Universität Wien wies im Rahmen von AUPHEP nach, dass es bei akuter Belastung durch staubförmige Partikel Kinder und ältere Menschen besonders hart trifft: Er und sein Team stellten deutlich mehr Spitalsaufnahmen wegen Asthma und Bronchitis bei diesen Patientengruppen fest. Laut Prof. Dr. Helger Hauck, ebenfalls Umwelthygieniker an der Universität Wien, belasten Stäube oder flüssige Partikel den Organismus, wenn sie klein genug sind, die Atemwege bis zur Lunge zu passieren. Das trifft auf Ruß, Abrieb von Streusplitt, aber auch auf partikelförmige Verkehrsemissionen zu, die in der Atmosphäre aus den gasförmigen Komponenten entstehen. In diesem Zusammenhang wird auch mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass Dieselmotoren grundsätzlich eine umweltfreundliche Alternative für Autos darstellen.
EU-Grenzwerte werden strenger
Das könnte sich bald ändern, denn EU-Grenzwerte werden in Zukunft dazu zwingen, die Schadstoff-Werte weiter abzusenken. Im zweiten Teil des Symposiums kommen Experten zu Wort, die Verkehrsemissionen überregional beleuchten und geeignete Maßnahmen zur Reduktion der Luftverunreinigungen diskutieren.
Kommission für Reinhaltung der Luft
Die Kommission für Reinhaltung der Luft, deren Obfrau seit kurzem die Pflanzenphysiologin Prof. Dr. Marianne Popp ist, informiert seit langem Entscheidungsträger aber auch die öffentlichkeit über Luftverunreinigungen und definiert Luftqualitätskriterien. Forschungsergebnisse der Kommission, der neben Chemikern, Physikern, Medizinern und Biologen auch Meteorologen und Verfahrenstechniker angehören, dienen als Entscheidungsgrundlage für die Festsetzung von Immissionsgrenzwerten. Die Kommission erfüllt ihre Beratungsfunktion aufbauend auf Projekten, die Themen wie Anthropogene Klimaänderungen, Stickstoffoxide, Schwefeldioxid oder Ozon zum Inhalt hatten. Zurzeit arbeitet eine Arbeitsgruppe an einem weiteren Band des Internationalen Klima-Handbuches "Observed Global Climate" mit, das kurz vor der Fertigstellung steht.

Programm
Kommission für Reinhaltung der Luft
Projektseite

Information:
ÖAW, Öffentlichkeitsarbeit
T (01) 51581-1219
Marianne.Baumgart@oeaw.ac.at

www.oeaw.ac.at