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Der "Zivilisationsbruch Auschwitz" als Angelpunkt der Geschichte des 20. Jahrhunderts

Tagung zum Thema "Zivilisationsbrüche. Die Bruchlinien des 20. Jahrhunderts im Gedächtnis des beginnenden 21. Jahrhunderts" in der ÖAW ...



Der "Zivilisationsbruch Auschwitz" (Dan Diner) markiert sowohl wissenschaftlich als auch gesellschaftspolitisch einen Angelpunkt in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Darauf verweisen nicht nur die erst in jüngster Zeit initiierten Holocaust-Denkmäler in den Stadtzentren von Wien und Berlin sowie die Installierung von nationalen Gedenktagen für die Opfer des Nationalsozialismus in der BRD, in Österreich und in anderen europäischen Ländern - auch die öffentliche Resonanz von politischen Konflikten um den Ort des Nationalsozialismus im jeweiligen nationalen Geschichtsbild spiegelt die Relevanz dieser Erinnerung im politischen Tagesgeschehen wieder. Der veränderte Stellenwert des Holocaust in der Geschichtskultur und in der wissenschaftlichen Reflexion wirft darüber hinaus allgemeine Fragen nach der Re-Konstruktion der Vergangenheit nach traumatischen kollektiven Erfahrungen auf, aber auch nach dem Prozess des Neu-Schreibens von Geschichte, nach den immer neuen Aneignungsformen von Geschichte im Gedächtnis einer Gesellschaft.

Von 7. bis 9. November 2002 veranstaltet die Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) im Rahmen ihres Forschungsprogramms "Orte des Gedächtnisses" die Tagung "Zivilisationsbrüche. Die Bruchlinien des 20. Jahrhunderts im Gedächtnis des beginnenden 21. Jahrhunderts". Ziel der interdisziplinären und internationalen Tagung ist es, den Stellenwert des Holocaust im Selbstverständnis der Gegenwart zu beleuchten. Die Kernfragen werden sich mit dem Spannungsfeld von Universalismus - Partikularismus und Singularität - Vergleichbarkeit beschäftigen, ebenso mit der Transformation von Erinnerungsfiguren seit den Achtzigerjahren, deren Ergebnis die gegenwärtige Relevanz der Holocaust-Erinnerung als Fokus einer globalen Erinnerungskultur ist. Zur Diskussion stehen u. a. unterschiedliche generationsspezifische Zugänge; neben philosophisch-theoretischen Analysen wird Zentraleuropa als konkretes Fallbeispiel für die veränderte Perzeption der Vergangenheit herangezogen.

Die Tagung wird mit einer Lesung von Robert Menasse am Donnerstag, den 7. November, um 18.00 Uhr eröffnet und bietet an den beiden darauffolgenden Tagen einer Reihe von internationalen und österreichischen ReferentInnen wie Dan Diner (Jerusalem/Leipzig), Oliver Marchart (Wien/Basel), Nobert Frei (Bochum), Cornelia Brink (Freiburg), Éva Kovács (Wien/Budapest), Tomasz Szarota (Warschau), Peter Niedermüller (Berlin) eine Plattform für ihre Vorträge.


Tagung der Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW:
Zivilisationsbrüche.
Die Bruchlinien des 20. Jahrhunderts im Gedächtnis des beginnenden 21. Jahrhunderts


Zeit: Von 7. bis 9. November 2002

Ort: ÖAW-Hauptgebäude, Sitzungssaal, 1. Stock, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Programm
Robert Menasse: Lesung aus eigenen Werken, 7. November 2002
Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW
Zur Veranstaltung

Kontakt:
Dr. Heidemarie Uhl
Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW
Tel.: (+43 1) 51581/3618