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Termin:
10.01.2006
17:00 - 19:00



ITA-Seminar

Die Informationsgesellschaft als Folge eines Evolutionsprozesses

Vortrag von Ewald Walterskirchen (WIFO)

Die Evolution beruht nicht allein auf Zufall und Selektion. Es gibt ein Muster der Entwicklung, das sich auf allen Ebenen wiederholt. Die Evolution der Natur und der Gesellschaft folgt langfristig einem vierstufigen Prozess: Am Anfang steht immer die Isolation kleiner Einheiten, ihr folgt die enge Bindung zu Entwicklungskernen; danach kommt es zum Zusammenschluss zu großen Aggregaten und schließlich zu noch weitreichender Koordination durch Kommunikations- und Informationsprozesse. Ewald Walterskirchen nennt dieses Modell deshalb "SAC-Modell" (Isolation-Symbiosis-Aggregation-Communication).


In seinem Buch "Der Weg in die Informationsgesellschaft" bringt Walterskirchen viele Belege auf allen Evolutionsebenen zur Bestätigung dieser Überlegungen.

Die Entwicklung der Gesellschaft ist also kein Zufallsprozess, sie macht Sinn. Die großen Phasen der Evolution der Natur wiederholen sich in wichtigen Aspekten in der wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung. Die anbrechende Informationsgesellschaft mit ihren elektronischen Technologien, Netzwerken und Globalisierungstendenzen ist das logisch folgende Glied einer Entwicklungskette. Die flexiblen und weltoffenen Netzwerke der Informationsgesellschaft ermöglichen die Koordination weit größerer Einheiten, als dies die alten festgefügten hierarchischen Strukturen der Nationalstaaten je erreichen konnten. Der wirtschaftliche Aktionsradius wird buchstäblich weltumspannend.


Die Evolution der Natur und der Gesellschaft hat demzufolge zwei Gesichter: einerseits die kontinuierliche "darwinistische" Anpassung, andererseits die Integration zu neuen komplexeren Formen. Die Mikroevolution lässt sich durch Selektion und Wettbewerb erklären, die Makroentwicklung zu höherer Komplexität wird dagegen durch Koordination, Symbiose und Zusammenschluss vorangetrieben.


Kontakt:

Institut für Technikfolgen-Abschätzung

Österreichische Akademie der Wissenschaften

T +43 1 51581-6587

tamail@oeaw.ac.at

http://www.oeaw.ac.at/ita