01/04/2017

Kinder können online Pflanzen erforschen

Mit gmi4kids.com lässt sich das im Biologie-Unterricht erworbene Wissen spielerisch vertiefen. Das Online-Angebot von Pflanzenforscher/innen der ÖAW wendet sich aber nicht nur an Schüler/innen. Spiele zu den Themen Blätter, Wurzeln und Bestäuben sollen auch Lehrkräfte bei ihrer Arbeit unterstützen.

Warum sind Blätter grün? Wieso haben Pflanzen Wurzeln? Und wo steht eigentlich der höchste Baum der Erde? Pflanzen zählen zu den spannendsten Lebewesen des Planeten – und Jugendliche, die mehr über sie erfahren möchten, haben nun die Möglichkeit das ganz einfach online und noch dazu auf spielerische Weise zu tun. Denn die Webplattform www.gmi4kids.com bietet seit Neuestem einen kindgerechten Einblick in die Entstehung, Funktionen und Arten von Pflanzen und ihre Erforschung. Dadurch lässt sich im Biologie-Unterricht erworbenes Wissen vertiefen oder auch neues Wissen über Bäume, Blumen, Gräser und Co. gewinnen.

„Die faszinierende Welt der Pflanzen ist für viele Kinder noch wenig erschlossen. Die Schule ermöglicht ihnen die ersten Schritte, um die Pflanzenwelt zu verstehen. Als eines der führenden Pflanzenforschungsinstitute der Welt wollen wir dazu beitragen, Kinder und Jugendliche für dieses wichtige Thema zu begeistern“, sagt Markus Kiess, Direktor des Wiener Gregor Mendel Instituts für Molekulare Pflanzenbiologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). 

„Computerspiele sind sinnvoll, um bereits Gelerntes anzuwenden: Schülerinnen und Schüler genießen das Erfolgserlebnis eines richtig gelösten Rätsels. Bereits im Mai haben wir daher Botanic Quest präsentiert, ein Handy-Quiz für den Botanischen Garten der Universität Wien beim Belvedere. Die neue Seite gmi4kids dient nun dazu, den Biologieunterricht zu ergänzen“, so Kiess. Die Spiele sind in die drei Themenwelten „Blätter“, „Wurzeln“ sowie „Bestäubung“ gegliedert und bewusst in verschiedenen Schwierigkeitsgraden gestaltet, um sowohl visuelle wie auch motorische Lerntypen anzusprechen. Durch die Seite führt übrigens Gregor, eine Topfpflanze, die inspiriert ist von der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana), dem Lieblingsforschungsobjekt der Pflanzenbiolog/innen. 

Warum Blätter grün sind

Die ersten Spiele der Website, die Gregor den Kids vorstellt, befassen sich mit der Themenwelt „Blätter“. Hier können anhand von Lesetexten Fachwörter und ihre richtige Verwendung erlernt und bei Einsetzübungen Wissen gefestigt werden. Die Schemazeichnung eines Blattes ermöglicht es in einer weiteren Übung, Blattteile zu benennen – was sich dann im Unterricht mit einem echten Blatt gut überprüfen lässt. Und weil nicht alles, was ein Blatt ist, auch wie ein Blatt aussieht, gibt es bei einem Spiel die Möglichkeit Blätter zu bestimmen, die in der Evolution ihr Aussehen verändert haben, etwa die Dornen von Kakteen oder die Nadeln von Tannenbäumen. Ein Memoryspiel, bei dem sich Bilder eines Blattes den Baumnamen zuordnen lassen, bildet den Abschluss der ersten Spiel- und Lerneinheit, nach der dann jedes Kind weiß, dass Blätter grün sind aufgrund des Farbstoffs Chlorophyll.

Rübenwurzel, Wurzelbüschel und Pfahlwurzel

Jede Pflanze hat Wurzeln, doch nicht alle Wurzeln sehen gleich aus. Bei den Spielen zur zweiten Themenwelt „Wurzeln“ werden verschiedene Wurzelformen dargestellt und durch dazugehörige Bilder erklärt. Ein Memory verbindet auch hier Fotos von Wurzeln mit ihrer Bezeichnung. Auch das Wachstum von Wurzeln wird in dieser Einheit thematisiert und ein einfaches Experiment zum Wurzelwachstum beschrieben – das dann in der Klasse gemeinsam durchgeführt werden kann. Und bei den Bildern zu den Begriffen Rübenwurzel, Wurzelbüschel und Pfahlwurzel dürfte es so manches Aha-Erlebnis aus dem Alltag in Küche oder Natur geben.

Wie der Apfel an den Baum kommt

Männlein und Weiblein – das gibt es auch bei Pflanzen, und bei vielen sogar in ein und derselben Blüte. Die dritte und letzte Themenwelt „Bestäubung“ widmet sich den Fortpflanzungsorganen von Pflanzen und erklärt, was bei der Bestäubung passiert. Damit die Einsetzübungen kinderleicht zu bewältigen sind, gibt es auch ein Erklärvideo, das mit animierten Comicfiguren die Frage beantwortet: Wie kommt der Apfel an den Baum? Wer neugierig geworden ist und die Antwort wissen möchte, der geht am besten gleich auf www.gmi4kids.com und fängt zu spielen an.

Das können übrigens nicht nur Kids sondern auch Lehrer/innen tun. Sie finden zusätzlich zu den beschriebenen Spielen auf der Seite anschauliche Fotos aus der Pflanzenforschung, die im Unterrichtet zur Illustration verwendet werden können, sowie Lernvideos, die man ergänzend zu in der Schule behandelten Inhalten zeigen kann. Ein eigenes Lehrerhandbuch erklärt zudem die Gliederung der Spiele, benennt die jeweiligen Schwierigkeitsgrade und gibt Tipps zu weiteren Unterrichtsmaterialien.

Und wer zum Ausklang des spielerischen Lernens noch ein paar Fun Facts kennenlernen möchte, der findet eine Sammlung in der Rubrik „Wusstest Du schon...?“ Dort kann man dann etwa auch erfahren, dass der höchste Baum der Erde ein Riesenbaum in Kalifornien ist. Mit seiner Höhe von über 83 Metern überragt er das Wiener Riesenrad um stolze 20 Meter. Da staunen nicht nur Kids, sondern auch Erwachsene.