Österreichische Akademie der Wissenschaften

 Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika (DINAMLEX)

 Institute for Lexicography of Austrian Dialects and Names

 Mitglied des Zentrums Sprachwissenschaften, Bild- und Tondokumentation (SBT)
 Member of the Centre for Linguistics and Audiovisual Documentation (LAVD)

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FWF-Projekt P21647 "WippDigital - GIS-gestützte Flurnamenforschung im Wipptal"

Projektleitung

Dr. Isolde Hausner, Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika, Österreichische Akademie der Wissenschaften

Mitarbeiter

Mag. Daniela Feistmantl
Mag. Theresa Hohenauer
Armin Posch
Mag. Dr. Gerhard Rampl
Mag. Ingrid Rittler

Projektbeschreibung

Das Projekt hat zum Ziel die Orts- und Flurnamen des Wipptales zu erheben und diese sowohl in linguistischer als auch historischer und geographischer Hinsicht zu analysieren. Dabei soll spezielles Augenmerk auf die Frage gelegt werden, inwieweit sich die Onomastik, genauer die Flurnamenforschung, die teils rasanten Entwicklungen in den sie betreffenden wissenschaftlichen Disziplinen, insbesondere in der Geoinformatik, zu Nutze machen kann. Ein weiteres Projektziel ist, mit den daraus resultierenden neuen Methoden die Sammlung und Analyse des Namenmaterials sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht zu verbessern.

Warum das Wipptal?

Aus namenkundlicher Sicht ist das Wipptal aus drei Gründen ein besonders interessantes Gebiet:
Die vorrömischen Ortsnamen belegen, dass es sich um ein sehr altes Siedlungsgebiet handelt.
Die gehäuft auftretenden romanischen Siedlungsnamen lassen auch viele Flurnamen aus dieser Schicht vermuten.
Das Gebiet wurde bereits in der frühesten Expansionsphase der Baiuwaren in Richtung Süden von diesem Volk besiedelt.

Ablauf

Um die Flurnamen im Untersuchungsgebiet möglichst vollständig und exakt erheben und analysieren zu können, wird eine Mischung aus bewährten traditionellen Methoden mit vielversprechenden innovativen Ansätzen angewandt. In der Erhebungsphase bedeutet das traditionell die Erstellung einer möglichst lückenlosen Belegkette und die Erhebung der bodenständigen Aussprache. Aber bereits bei der Verortung kann durch die Verwendung von Geoinformationssystemen (GIS) eine Verbesserung im Gegensatz zur klassischen Kartierung erzielt werden.

Die Namenanalyse, die traditionell vor allem in der Prüfung linguistischer Kriterien (Lautgesetze, Prä- und Suffigierungen, lexikalische und dialektale Besonderheiten, Analogie, etc.) besteht, wird um das gesamte Inventar von Analysemöglichkeiten, welches die GIS bieten, erweitert. So können verschiedene thematische Karten (mit linguistischen und nicht linguistischen Themen) miteinander verschnitten werden (Verbreitung von Lexemen, Vegetationsformen, Bodenbeschaffenheit, etc.), was die Kombination von Ergebnissen aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen ermöglicht. Die geographischen Gegebenheiten können mit Hilfe von GIS wesentlich genauer und spezifischer als in klassischen Karten modelliert und zu den einzelnen Namen in Beziehung gesetzt werden. Dadurch wird die virtuelle Modellierung der Realprobe möglich, was für die Bestimmung der Wahrscheinlichkeit der Etyma von großer Bedeutung ist.

Die Ergebnisse des Projekts sollen über eine Web-GIS-Anwendung im Internet kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Die Zielgruppe ist dabei sehr breit gestreut: sowohl WissenschaftlerInnen aus allen involvierten und verwandten Fachrichtungen als auch interessierte Laien (Chronisten, Lehrer, Tourismusfachleute, etc.) sollen die Projektergebnisse für ihre jeweiligen Interessensgebiete nutzen können.

©  Österreichische Akademie der Wissenschaften
Letzte Änderung: 24.11.2011
Internetseiten betreut von Mag. Katharina Korecky-Kröll und Mag. Ulrike Kramer