|
Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika (DINAMLEX)Institute for Lexicography of Austrian Dialects and Names Mitglied des Zentrums Sprachwissenschaften, Bild- und Tondokumentation (SBT) Startseite Über uns Projekte Publikationen Aktuelles Archiv Service AKO Links | |
WBÖ |
Projekt „Historisch-Etymologisches Lexikon der Salzburger Ortsnamen" (HELSON)Das Gesamtprojekt eines historisch-etymologischen Ortsnamenbuchs von Salzburg wird vom Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika der ÖAW gemeinsam mit der Salzburger Ortsnamenkommission (SONK) und in Kooperation mit dem FWF-Projekt „Historische Toponymie des Bundeslandes Salzburg“ (Projektleiter: o. Univ.-Prof. Dr. Heinz Dopsch, Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg; Mitarbeiter: Mag. Julian Schreibmüller) durchgeführt. Es gliedert sich in fünf Teilprojekte entsprechend den Salzburger Verwaltungsbezirken (PB) bzw. Gauen. Leitung des Gesamtprojektsao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Lindner (Vorsitzender der SONK) Projektteam
AusgangslageDas heutige österreichische Bundesland Salzburg hat eine wechselvolle (Siedlungs-) Geschichte, die in seinem Namenmaterial ihren Niederschlag gefunden hat. Neben indogermanisch-voreinzelsprachlichen, keltischen, romanischen und germanischen bzw. bairischen geographischen Namen gibt es hier auch solche slawischer Herkunft. Abgesehen davon, dass Namen ein wesentlicher Bestandteil unseres kulturhistorischen Erbes sind, in sich selbst wiederum mehr oder weniger verschlüsselt kulturhistorische (insbesondere sprachliche und kulturelle) Informationen enthalten und zur Identität einer Region beitragen, stellt ein historisch-etymologisch ausgerichtetes Ortsnamenbuch von Salzburg auch ein Desiderat der österreichischen Onomastik dar. Als erste systematische Zusammenfassung der bis dahin eher vereinzelten und qualitativ unterschiedlichen Forschungsarbeiten zur Salzburger Toponymie ist Franz Hörburgers Salzburger Ortsnamenbuch zu sehen, das nach dessen Tod in der Endredaktion durch Ingo Reiffenstein und Leopold Ziller im Jahre 1982 erschienen ist. Dieses monographisch aufgebaute Buch stellt bisher das einzige Nachschlagewerk zu den Salzburger Ortsnamen dar, kann aber vor allem wegen der unzureichenden quellenmäßigen Absicherung nicht den heutigen Anforderungen an ein historisch-etymologisches Namenbuch gerecht werden. Eine etymologische Deutung findet sich einerseits nicht für alle hier enthaltenen Namen, und andererseits sind die genannten Etymologien (nicht zuletzt infolge der ungenügenden Einbeziehung historischer Belege) teilweise zu korrigieren bzw. zu präzisieren. Für einen Teil der im Projekt zu behandelnden Namen bietet (neben Einzelstudien zur Salzburger Toponymie insbesondere von Ingo Reiffenstein und Thomas Lindner) das von Isolde Hausner und Elisabeth Schuster bearbeitete Altdeutsche Namenbuch, das in alphabetischer Reihenfolge alle bis 1200 belegten geographischen Namen in Österreich und Südtirol umfasst, eine wertvolle Grundlage. Die 1975 begründete Salzburger Ortsnamenkommission hat sich von Anfang an der Erstellung einer möglichst umfassenden Ortsnamenkartei (auf der Basis von Karten und des amtlichen Ortsverzeichnisses) gewidmet, in den 1980er Jahren wurde mit der Auswertung gedruckter historischer Quellen begonnen: Dr. Peter F. Kramml exzerpierte die vier Bände des Salzburger Urkundenbuchs und einschlägige Publikationen aus den ersten 42 Bänden der Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, was zu einer Zusammenstellung von ca. 7000 Karteikarten führte. Diese Historische Ortsnamenkartei der Salzburger Ortsnamenkommission wurde in den Jahren 2005 bis 2010 digitalisiert und liegt nun als Historische Ortsnamendatei der Salzburger Ortsnamenkommission vor (siehe Historische Ortsnamendatei der SONK). KurzbeschreibungHinsichtlich der Namenarten konzentriert sich das neue historisch-etymologische Salzburger Ortsnamenlexikon auf Siedlungsnamen, Landschaftsnamen und Gewässernamen. Für die Projektarbeit steht eine Datenbank zur Verfügung, die auf die für die DINAMLEX-Projekte ALPKULTUR und Osttiroler Siedlungsnamenbuch programmierte Access-Datenbank zurückgeht und für das Historisch-Etymologische Lexikon der Salzburger Ortsnamen weiter adaptiert wurde. Entsprechend dem Arbeitsablauf in Teilprojekten soll die Publikation der Forschungsergebnisse in fünf Bänden jeweils zu den einzelnen Verwaltungsbezirken (Gauen) erfolgen. Begonnen wird mit der Bearbeitung der Verwaltungsbezirke Tamsweg und Salzburg-Umgebung. Das Ortsnamenlexikon wird geographische und topographische Angaben (insbesondere die Seehöhe und Fläche von Gemeinden), die mundartlichen Lautungen sowie idealerweise weit zurückreichende historische Belege und ältere Schreibvarianten für möglichst alle Namen enthalten. Die dafür notwendige Erhebung der Belege aus den zahlreichen ungedruckten Quellen wird weitgehend im Rahmen des Kooperationsprojekts „Historische Toponymie des Bundeslandes Salzburg“ (FWF-Projekt P22020, Leiter: o. Univ.-Prof. Dr. Heinz Dopsch, Beginn: 1.1.2010) durchgeführt. Im Ortsnamenlexikon werden dann die Belege kurz beschrieben bzw. etwaige Auffälligkeiten kommentiert sein, bevor im Rahmen einer sprachwissenschaftlichen Analyse bzw. Auswertung die Etymologie der Namen angeführt sein wird. Gegebenenfalls werden auch interessante kulturgeschichtliche Fakten oder Erkenntnisse, die sich aus dem Namenmaterial ablesen lassen, zur Sprache kommen. Die innovative Verschneidung linguistischer und kartographischer Daten, die im Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika im Projekt ALPKULTUR erstmals durchgeführt wurde, wird auch in diesem Projekt angewandt werden. Wenn die Daten in der Datenbank fertig bearbeitet sind, wird deren Georeferenzierung realisiert werden, so dass letztlich dieses interdisziplinäre Gesamt-Projektergebnis im Internet öffentlich zugänglich gemacht werden kann. | |
|
© Österreichische Akademie der
Wissenschaften |