Österreichische Akademie der Wissenschaften

 Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika (DINAMLEX)

 Institute for Lexicography of Austrian Dialects and Names

 Mitglied des Zentrums Sprachwissenschaften, Bild- und Tondokumentation (SBT)
 Member of the Centre for Linguistics and Audiovisual Documentation (LAVD)

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Projekt FamOs "Familiennamen Österreichs"

Kurzbeschreibung

Das Projekt FamOs versteht sich in der derzeitigen Ausformung als Beginn eines Online-Lexikons österreichischer Familiennamen, in dem längerfristig auch Kartierungen jedes einzelnen Namens und jeder Namensvariante angedacht sind und weist hinsichtlich der methodischen Vorgangsweise enge Parallelen zum Projekt „Deutsches Familiennamenbuch“ (DFB) in Deutschland auf. Es übernimmt eine prototypische Funktion für die internetbasierte Familiennnamenforschung in Österreich und lässt angesichts der parallelen Entwicklungen in Deutschland und des gegenseitigen Erfahrungsaustausches darauf hoffen, auch in Zukunft die Möglichkeiten des Mediums Internet im Bereich der synchronen Familiennamenforschung optimal nutzen zu können. Eine an die breite Öffentlichkeit gerichtete Version ist in Auswahl bereits als Testversion online. Parallel zu dieser Publikation werden die Namen in einer bereits in anderen Namenforschungsprojekten erprobten und wissenschaftlich konzipierten Datenbank onomastisch-kulturhistorisch bearbeitet, wobei die Namen in Etymologie, Namenbildung und dem kulturhistorischen Kontext auch mit historischen Belegen (soweit verfügbar) und entsprechenden Literaturangaben analysiert werden. Angesichts der schwierigen Situation der Familiennamengeographie in Österreich wird aktuell auch an der Erstellung von Verbreitungskarten auf Basis der Meldedaten gearbeitet, die auf längere Sicht exemplarisch auch in FamOs eingebettet werden können.

Projektleitung

Mag. Dr. Axel Linsberger, Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika, Österreichische Akademie der Wissenschaften

Mitarbeiter

Prof. Dr. Isolde Hausner (Redaktion, vorm. Projektleitung)
em. Univ. Prof. Dr. Peter Wiesinger (Redaktion)
Univ. Prof. Dr. Rudolf Šrámek (Artikelerstellung, Redaktion)
Mag. Dr. Axel Linsberger (Artikelerstellung, Redaktion)
DI (FH) Vittorio Muth (Informationssysteme, Webdesign, Datenmodell)
Dr. Elisabeth Schuster (Redaktion bis 31.01.2009)

Ziel

Aufbau einer wissenschaftlichen Personennamendatenbank zur Ausarbeitung eines Online-Familiennamenbuches für Österreich.

Datenbestand

Der Namenbestand der in FamOs bearbeiteten rezenten österreichischen Familiennamen setzt sich aus vier Teilkorpora zusammen:

  • Den im Laufe von Jahrzehnten eingegangenen Anfragen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit an das Institut.
  • Den Ergebnissen einer Namenaktion der Zeitung „Kurier“ aus dem Jahr 1993.
  • Einer Familiennameninitiative der Zeitschrift „Die Ganze Woche“ aus den Jahren 2004 bis 2005.
  • Einer Liste aller österreichischen Familiennamen, welche häufiger als dreimal im Zentralen Melderegister (ZMR) aufscheinen. Damit ist auch die Bearbeitung der häufigsten Familiennamen möglich.

Sprachliche Vielfalt

Gerade in Österreich treffen Namenforscher auf eine ungeheure Vielfalt an Namen, die vor allem historisch bedingt ist. Schon im Mittelalter war Wien - als Knotenpunkt der wichtigen europäischen Handelswege - ein Schmelztiegel der Kulturen. Wer in der Nähe von Eichen wohnte, konnte Aichinger, Eichner, in Kärnten aber auch Dobnik benannt werden. Weitere Beispiele sind Namen Adresik, Anderlik, Anderliček und Anderlička, bei denen es sich um Koseformen ein und desselben Rufnamens handelt. Diese für Österreich typische Namenvielfalt wurde von Beginn der Projektplanung an berücksichtigt. Seit Oktober 2007 wird die sprachwissenschaftliche Analyse und Interpretation der Familiennamen slawischer Herkunft in Österreich von Univ. Prof. Dr. Rudolf Šrámek (Universität Brünn) übernommen. Die Bearbeitung der Namen slawischer Herkunft konzentriert sich in einem ersten Schritt vor allem deshalb auf Familiennamen tschechischer Herkunft, weil sich der tschechische Einfluss gerade im deutsch-slawischen Kontaktgebiet im Osten Österreichs sehr stark im Familiennamenschatz widerspiegelt. In weiterer Folge ist im Rahmen internationaler Kooperation mit entsprechend ausgebildeten Namenforschern auch die Bearbeitung von slowenischen, kroatischen, ungarischen und weiteren fremdsprachigen Familiennamen in Österreich geplant.

Artikelaufbau und Veröffentlichung

Die Artikel der Testversion entsprechen dem wissenschaftlichen Standard des Familiennamenbuchs für Deutschland in der Duden Reihe (2005) und beinhalten u. a. mittelhochdeutsche bzw. fremdsprachige Etyma, den Namentypus, signifikante Informationen zur geographischen Verbreitung, sowie Variantenschreibungen. Da viele Familiennamen auch dialektale und mundartliche Ausdrücke transportieren und bewahren, werden dialektale Besonderheiten markiert und auf die mittelhochdeutschen Grundwörter zurückgeführt. Auch Suffixe (und ggf. teils slawische Präfixe) werden markiert und deren Funktion bei der Namenbildung kurz erläutert. Die sich im Namengut widerspiegelnde österreichische Dialektlandschaft und die topographischen und kulturhistorischen Besonderheiten und Gegebenheiten sind bei der Erarbeitung der Artikel von oberster Priorität. Vorläufig stehen nur ausgewählte Buchstabengruppen der Onlineausgabe als Testversion zur Verfügung, die in den nächsten Monaten erweitert werden.

Zur kostenfreien Version (aktuell: Buchstabengruppen A - J)

Zu den Probeartikeln Denk und Tengg der in Arbeit befindlichen kostenpflichtigen Version


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Letzte Änderung: 24.11.2011
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