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Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika (DINAMLEX)
Institute for Lexicography of Austrian Dialects and Names
Mitglied des Zentrums Sprachwissenschaften, Bild- und Tondokumentation (SBT)
Member of the Centre for Linguistics and Audiovisual Documentation (LAVD)
Achtung, neue Adresse: A-1040 Wien, Wohllebengasse 12-14 Tel.: +43-1 / 51581 / 7270-7292 e-mail:
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Bairisch
Bairische (mit -ai- geschrieben) Mundarten werden im Großteil Österreichs gesprochen (ausgenommen Vorarlberg und Außerfern), außerdem in Südtirol, in Bayern (mit -ay- geschrieben) und in einigen Sprachinseln.
Die auffallendsten Merkmale des Bairischen sind:
- Verdumpfung der alten a-Laute zu einem o-ähnlichen Vokal (zumeist mit å bezeichnet): måchn „machen“ und nåss „nass“
- Umlaut von etymologisch langem â und der sogenannte Sekundärumlaut erscheinen als helles a: Khaas "Käse", Fassl "Fässlein"
- Die historisch langen i-, u- und ü-Laute werden zu Diphthongen verändert (diese Entwicklung wurde von der heutigen Schriftsprache übernommen): weiß, Haus und Heisa.
>> Typisch bairische Kennwörter:
eß und enk "ihr" und "euch", tenk "links", Pfinztag "Donnerstag",
Pfeit (altes Wort für)"Hemd", Kranewit(beere) "Wacholder(beere)", Maut in der heute aktuellen Bedeutung
Beispielsätze aus Unternberg, Lungau:
- Griaß enkh, wås teats m eß hain(n)t då.
„Grüß euch, was tut denn ihr heute da (= hier).“
- Mitta tenkn Hånd kå(nn) i nit schreibn.
„Mit der linken Hand kann ich nicht schreiben.“
- Am Pfinztåg hå(n) i khoa(n) Zeit.
„Am Donnerstag habe ich keine Zeit.“
- Dein drekhige Pfoat mågst woi ausziachn.
„Dein dreckiges Hemd magst du wohl ausziehen.“
- De Khramatpee send guat en Sauakhraut.
„Die Wacholderbeeren sind gut in Sauerkraut.“
- Håst du schoa(n) dei(n) Mautpikherl?
„Hast du schon dein Mautpickerl (=Vignette für die Autobahngebühr)?“
- En Erchtåg få i auf Wean.
„Am Dienstag fahr ich nach Wien.“
Literaturhinweise:
Die bairischen Mundarten Österreichs sind dokumentiert und erläutert in:
- KRANZMAYER, Eberhard: Historische Lautgeographie des gesamtbairischen Sprachraumes. Graz/Wien 1956.
- KRANZMAYER, Eberhard: Die bairischen Kennwörter und ihre Geschichte. Wien 1960.
- WIESINGER, Peter: Gotische Lehnwörter im Bairischen. Ein Beitrag zur sprachlichen Frühgeschichte des Bairischen. In: Helmut BEUMANN und Werner SCHRÖDER (Hg.): Frühmittelalterliche Genese im Alpenraum. Sigmaringen 1985. S. 153-200.
- WIESINGER, Peter: Bairisch-österreichisch Maut. Eine vergleichende Wortstudie zum Germanischen, Romanischen und Slawischen. In: Beiträge zur Erforschung der deutschen Sprache. Bd. 6, Leipzig 1986. S. 108-125.
- WIESINGER, Peter: The Central and Southern Bavarian Dialects in Bavaria and Austria. In: Charles V.J. RUSS (Hg.): The Dialects of Modern German. A Linguistic Survey. London 1990. S. 438-519.
- HORNUNG, Maria und ROITINGER, Franz: Die österreichischen Mundarten. Eine Einführung. Neu bearbeitet von Gerhard ZEILLINGER. Wien 2000.
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