Österreichische Akademie der Wissenschaften

 Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika (DINAMLEX)

 Institute for Lexicography of Austrian Dialects and Names

 Mitglied des Zentrums Sprachwissenschaften, Bild- und Tondokumentation (SBT)
 Member of the Centre for Linguistics and Audiovisual Documentation (LAVD)

 A-1040 Wien, Wohllebengasse 12-14
 Tel.: +43-1 / 51581 / 7270-7294
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 e-mail: dinamlex@oeaw.ac.at


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ALPKULTUR

Osttiroler Siedlungsnamen

WippDigital

FamOs

Slavisches Substrat

HELSON

B.E.S.T.

TGU

Projekt "Alpkultur"

Projektleitung

Dr. Isolde Hausner, Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika, Österreichische Akademie der Wissenschaften

Wissenschaftliche Leitung

Univ.-Prof. Dr. Peter Anreiter, Institut für Sprachwissenschaft, Universität Innsbruck
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kainz, Institut für Geographie- und Regionalforschung der Universität Wien
Univ.-Prof. Dr. Guntram Plangg, Universität Innsbruck
Univ.-Prof. Dr. Heinz Dieter Pohl, Institut für Sprachwissenschaft und Computerlinguistik, Universität Klagenfurt

MitarbeiterInnen

Natalie Becker
Mag. Christian Chapman
Theresa Hohenauer
Claudia Posch
Mag.Gerhard Rampl
Kathrin Sohm

Kurzdarstellung

Mit der Unterzeichnung der Alpenkonvention hat sich Österreich mannigfache Verpflichtungen zum Schutz und zur Erforschung seines Alpenraumes auferlegt. Das Protokoll „Bevölkerung und Kultur“, das derzeit im Entstehen begriffen ist, indiziert die Einbindung kulturhistorischer, und damit auch sprachwissenschaftlicher Forschungen über den Alpenraum. Darüber hinaus gibt es weltweite Bestrebungen, das kulturhistorische Erbe, das uns in den Toponymen vorliegt, zu sammeln und zu dokumentieren. Die 8. Konferenz der Vereinten Nationen zur Standardisierung geographischer Namen, Berlin 2002, hat eine dementsprechende Aufforderung an die Mitgliedsstaaten gerichtet (Res. No 14).

  • Erhalt des kulturhistorischen Erbes
  • Gesellschaftliche Verantwortung für Natur- und Kulturerbe
  • Sprachliche Vielfalt im Lichte einer nachhaltigen kulturellen Entwicklung
  • Initiative zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit

Das gesellschaftliche Interesse an diesen Themen ist groß, doch gibt es markante Defizite an entsprechenden großräumigeren Grundlagenarbeiten und seriösen Forschungen. Nirgendwo ist die Differenz zwischen wissenschaftlicher und populärer Sichtweise so groß wie bei der Interpretation von Namen. Wenn hier der Erhalt des kulturhistorischen Erbes angesprochen wird, so ist es vor allem notwendig, die Grundlagen für die Erforschung des kulturhistorischen Erbes zu schaffen. Im Nameninventar sind die sprachlichen Informationen der frühen Namengeber sowie deren kulturelle Leistungen in der Erschließung des alpinen Raumes enthalten. Namen sind Zeugen der Siedler der Frühzeit, sie zeichnen deren Wege, Siedlungsräume und Wirtschaftsformen.

Das Gebiet von Osttirol wurde gezielt ausgewählt, da hier zum Einen die Kontaktzone zwischen den drei großen Sprachenfamilien Europas, dem Romanischen, Slawischen und Germanischen (Bairischen) besteht, und zum Anderen deshalb, da ein überschaubarer Raum gegeben ist, der für den Alpenraum repräsentative Forschungsergebnisse erwarten lässt. Die drei Ethnien haben in diesem Raum über eine längere Zeitspanne hinweg mit- und nebeneinander gesiedelt und ihre nachhaltigen Spuren im alpinen Nameninventar hinterlassen, die es linguistisch zu untersuchen gilt.

Ausgangslage

Das Projekt der kulturhistorischen Namen-Dokumentation im Alpenraum / Osttirol ALPKULTUR legt eine Datensammlung von Berg- und Almnamen Osttirols an, die die historischen Belege, die linguistische Auswertung und die Erhebung der dialektalen Formen beinhaltet. Dazu ist es erforderlich, die historischen Dokumente in den entsprechenden Archiven (Innsbruck, Lienz, Bozen, Klagenfurt) auszuwerten; weiters werden die teilweise vorhandenen Sammlungen aus dem Kalser Gebiet (mit teilweise vorhandenen historischen Belegen) sowie die Privatsammlung Hornung (mit großteils vorhandenen mundartlichen Lautungen) miteinbezogen. In einem dritten Arbeitsschritt sollen die Berg- und Almnamen mit einer topographischen Karte verknüpft werden, um die für den Alpenraum charakteristische kleinräumige Verbreitung der einzelnen Sprachen zu visualisieren. Eine zweite Datenbank mit dem aus den Toponymen stammenden appellativischen Wortschatz soll die kulturräumliche Verbreitung bestimmter Wirtschaftsformen, wie sie den einzelnen ethnischen Gruppen zugeordnet werden können, dokumentieren und ebenfalls mit Hilfe einer Karte sichtbar machen. Endergebnis ist eine Datenbank zum Nameninventar der Berg- und Almnamen Osttirols mit historisch-linguistischem Inhalt in Verbindung mit einer topographischen Karte sowie eine Datenbank zum kultur- und naturhistorischen appellativischen alpinen Wortschatz ebenfalls mit kartographischer Anbindung.

Ziel

Die Zielsetzung des Gesamtprojektes besteht darin, eine möglichst umfangreiche Erhebung der Berg- und Almnamen Osttirols durchzuführen, deren historische Daten zu erheben, die mundartlichen Lautungen zu notieren und die linguistische Analyse unter dem Aspekt der kulturhistorischen Auswertung vorzunehmen. Endziel sind zwei Datenbanken: Datenbank des Osttiroler Berg- und Almnameninventars und Datenbank des daraus hervorgehenden appellativischen natur- und kulturräumlichen alpinen Wortschatzes, wobei beide für die georeferenzierte Darstellung aufbereitet werden sollen. Das Gesamtprojekt soll in drei Teilschritten verwirklicht werden: es gliedert sich in eine Erhebungsphase (historische Belege), eine Verdichtungsphase (Einarbeitung vorhandener Daten) und eine Auswertungsphase (linguistisch-kulturhistorische Auswertung, kartographische Darstellung). Die WWW-Präsentation der Ergebnisse dieses Projektes soll für die anderen am Alpenraum beteiligten Staaten Vorbildcharakter haben.

Zweck

Namen sind ein wesentlicher Bestandteil unseres kulturhistorischen Erbes und sie tragen zur Identität einer Region bei. Die Gemeinden sowie die Tourismuswirtschaft zeigen reges Interesse an der Herkunft und der Entstehung der Namen auf ihrem Gebiet. Für die Gemeinden liegt der Nutzen im Erhalt einer autochthonen Namenlandschaft, die durch die Zersiedelung und das Abreißen der alpwirtschaftlichen Traditionen gefährdet ist und durch ein vermehrtes Bewusstsein für die historischen Hintergründe gestärkt werden kann.

Information zum Projekt "Alpkultur" finden Sie auch auf www.onomastik.at.


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Letzte Änderung: 29.07.2011
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