Österreichische Akademie der Wissenschaften

 Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika (DINAMLEX)

 Institute for Lexicography of Austrian Dialects and Names

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Alemannisch

Alemannische Mundarten werden innerhalb Österreichs in Vorarlberg und im Außerfern gesprochen, außerhalb Österreichs in der deutschsprachigen Schweiz und einigen südlich davon gelegenen Sprachinseln, in Südwestdeutschland, in Liechtenstein sowie im Elsaß.

Die auffallendsten Kennzeichen des Alemannischen in Vorarlberg sind:

  • Aussprache des kurzen a-Lautes als helles a (nicht zu å verdumpft):mache „machen“ und nass „nass“
  • Umlaut von etymologisch langem â und der sogenannte Sekundärumlaut erscheinen als sehr offener e-Laut: Khääs „Käse“, Fässle „Fässlein“
  • Die historisch langen i-, u-, und ü-Laute bleiben unverändert als Monophthonge erhalten: wiiß, Huus und Hüüsr.

>> Typisch alemannischer Wortschatz: gsii „gesein (=gewesen)“, Zischtig „Dienstag“, Bünt „Wiese“, Schocha „Heuhaufen“, Totaboom „Sarg“, Funkensonntag „1. Fastensonntag“

Beispielsätze aus Dornbirn:

  • Nua weil mia zu ‚gewesen’ gsi segent, seit ma uns Gsiberger.
    „Nur weil wir zu ‚gewesen’ gsi sagen, nennt man uns Gsiberger.“
  • Am Zischtig tuan ma dahoam gearn jassa.
    „Am Dienstag tun wir daheim gern jassen (= das Kartenspiel ‚Jassen’ spielen).“
  • Åf da Bünt gibts bei uns viele Bluama.
    „Auf der Wiese gib es bei uns viele Blumen.“
  • Im Schoucha håt ma si gearn.
    „Im Heuhaufen hat man sich gern.“
  • Wenn a so wita machscht, bringscht me nu in Totaboom.
    „Wenn du so weiter machst, bringst du mich noch in den Sarg.“
  • Am Funkasunntag vabrenna ma d’ Häx.
    „Am 1. Fastensonntag verbrennen wir die Hexe.“

Literaturhinweise:

Die Vorarlberger Mundarten sind dokumentiert und erläutert in:

  • Vorarlbergisches Wörterbuch mit Einschluß des Fürstentums Liechtenstein, hg. von der Österr. Akademie der Wissenschaften, bearbeitet von Leo JUTZ. 2 Bde, Wien 1960 und 1965.
  • Vorarlberger Sprachatlas mit Einschluß des Fürstentums Liechtenstein, Westtirols und des Allgäus. (VALTS). Hg. von Eugen GABRIEL. Bregenz 1985f.
  • HORNUNG, Maria und ROITINGER, Franz: Die österreichischen Mundarten. Eine Einführung. Neu bearbeitet von Gerhard ZEILLINGER. Wien 2000.


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Letzte Änderung: 16.07.2010
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