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Programme

Internationale Forschungsprogramme – „Earth System Sciences“

Allgemeines:

Das Forschungsprogramm Earth System Sciences (ESS), ein Programm des Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF), durchgeführt von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), hat die Erforschung des „Systems Erde“ zum Ziel. Im Rahmen von ESS werden wissenschaftliche Forschungsprojekte gefördert, die dem neusten Stand der Wissenschaft entsprechen. Die Generierung der Projekte erfolgt im Zuge von Projektausschreibungen. Das Programm ESS sieht es als seine Aufgabe, Lücken in der österreichischen Förderungslandschaft zu füllen. Dies bezieht sich etwa auf  stark interdisziplinäre Projekte, Projekte zur Langzeitforschung sowie auf Projekte, die auf derzeit noch gering beforschte Bereiche fokussiert sind und denen wissenschaftliche Pionierfunktion zukommt.

Entwicklung:

Im neu geschaffenen Forschungsprogramm Earth System Sciences (ESS) werden die sieben bisher an der ÖAW verwalteten nationalen und internationalen Forschungsprogramme (Alpenforschung, Global Change, Geophysik der Erdkruste, International Strategy for Disaster Reduction – ISDR, International Geoscience Programme – IGCP, Hydrologie Österreichs – IHP, Man and the Biosphere – MAB) zusammengefasst. Durch diese Zusammenfassung sollen die Vernetzung und Kooperation zwischen den einzelnen Disziplinen und Forschungsgruppen sowie mit außerwissenschaftlichen Partnern gefördert und die internationale Wahrnehmung der Projekte erhöht werden.

Die ÖAW und BMWF legen mit dieser Neustrukturierung die Basis für inter- und transdisziplinäre Umweltforschung in Österreich.

Verwaltung:

Für die Programmverwaltung „ESS“ wurden drei Nationalkomitees eingerichtet:

  • „Global Change“: Das Nationalkomitee übernimmt die Agenden der früheren Programme Alpenforschung, Global Change, International Strategy for Disaster Reduction (ISDR) und damit die Vertretung zahlreiche internationalen Forschungsprogramme/-kooperationen/-netzwerke, wie etwa International Geosphere-Biosphere Programme (IGBP), International Human Dimension Programme (IHDP), World Climate Research Programme (WCRP), International Scientific Committee for Research in the Alps (ISCAR) sowie neu hinzukommend Long Term Socio-Ecological Research (LTSER).
  • „Geo/Hydro-Sciences“: Das Nationalkomitee übernimmt die Agenden der früheren Programme Geophysik der Erdkruste (GdE), UNESCO International Hydrological Programme – IHP und UNESCO International Geoscience Programme (IGCP), das in Österreich auch die UNESCO Geoparks vertritt. Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. den globalen Wandel, alle Bereiche der Hydrologie und Wasserbewirtschaftung, geogene Risken (z. B. Massenbewegungen) und Umweltsicherheit so wie Mineralstoff- und Grundwasserressoucen.
  • „Man and the Biosphere (MAB)” Das im Jahr 1971 gegründete UNESCO Programm widmet sich der Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt sowie der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen. Ziel ist die Schaffung eines Gleichgewichts zwischen dem Schutz der biologischen Vielfalt, der Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung und der Bewahrung der jeweiligen kulturellen Werte, kurz: eine nachhaltige Entwicklung der Beziehung Mensch-Umwelt. MAB fördert interdisziplinäre und international vernetzte Forschung, Modellbildung und Training im nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Das Konzept des weltweiten Biosphärenpark-Netzwerkes stellt dabei die Schlüsselkomponente des MAB-Programms zur Umsetzung einer nachhaltigen Gestaltung der Beziehung Mensch-Umwelt dar. Diese international anerkannten Gebiete dienen als eine Art "Freilandlabor", in denen Modelle für eine integrierte nachhaltige Entwicklung der Region bei gleichzeitigem Schutz der Umwelt entworfen, erprobt und umgesetzt werden. 

Die Nationalkomitees setzen sich aus renommierten Wissenschaftler(inne)n sowie Vertreter(inne)n von Ministerien und Länderorganisationen zusammen. Die Nationalkomitees beobachten die österreichische Forschungslandschaft, analysieren den Forschungsbedarf und formulieren Ideen für neue Programmschwerpunkte. Darüberhinaus obliegt den Nationalkomitees die wissenschaftliche Ausrichtung der Ausschreibung und die Koordination der Forschungsaktivitäten.

Für die Qualitätssicherung wurde ein internationales Earth System Sciences Advisory Board (ESS-AB) eingerichtet. Das ESS-AB berät die Nationalkomitees, die ÖAW und das BMWF bei der Programmentwicklung und in diesbezüglichen wissenschaftlichen Fragen.

Projektförderung:

Die ESS-Projektausschreibung startet am 1. September.

Neben den über die ESS-Projektausschreibungen vergebenen Fördermitteln steht unter dem Titel „Allgemeine Förderungen“ pro Jahr insgesamt ein Betrag von € 50.000,-  zur Verfügung. Damit können beispielsweise kleine Projekte außerhalb von Ausschreibungen, Pilotstudien oder Konferenzen gefördert werden. Gerade die Möglichkeit der Anschubfinanzierung von „riskanten“ Forschungsprojekten oder neuen Forschungsfeldern stellt ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal der ESS-Initiative dar.

Anmerkung: Um den Umfang der Anträge für die Gutachter überschaubarer zu machen, wurde das Antragsformular neu gestaltet. So etwa wurde die Länge des Textes in den Formularfeldern limitiert. Dies führt leider auch dazu, dass im Antragsformular Textformatierungsmöglichkeiten wie kursiv, fett oder hoch/tiefgestellt nicht möglich sind. Sollte dies jedoch für Ihren Antrag unbedingt nötig sein, können Sie das in der beizulegenden Projektbeschreibung nachholen. Sollten Sie Probleme mit dem Antragsformular haben, wenden Sie sich bitte an guenter.koeck@oeaw.ac.at.

Kommission für die Koordination der Kernfusionsforschung in Österreich

Die Kommission zur Koordination der Kernfusionsforschung in Österreich wurde am 25. April 1980 von dem damaligen Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, Dr. H. Firnberg, gegründet und an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eingerichtet. Die vorrangigen Ziele waren die Beratung der Regierung in allen einschlägigen Belangen, die Koordination der österreichischen Forschungsaktivitäten auf diesem Sektor, Informationstätigkeit im weitesten Sinne sowie speziell der österreichischen Industrie. Entsprechend wurden Impulse zur Forschungsförderung und Erhebungen der österreichischen Aktivitäten an Universitäten und Industrieunternehmungen durchgeführt sowie mehrfach Statussymposien abgehalten. Nach dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union schuf die KKKÖ die Grundlagen für den Assoziationsvertrag mit dem EURATOM Programm, der am 15. November 1996 zwischen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und EURATOM abgeschlossen wurde. Neben ihren ursprünglichen Funktionen im Bereich der Informationstätigkeit fördert die Kommission derzeit vorrangig Projekte aus dem Technologiebereich mit der Zielrichtung "Bau der Fusionsversuchsanlage ITER" und nimmt gleichzeitig Koordinierungsfunktionen für das EURATOM Büro der ÖAW sowie die Beteilung an dem europäischen Fusionsexperiment JET (Culham, UK) wahr. Die Assoziation EURATOM-ÖAW beteiligt sich seit Beginn ihres Bestehens an Forschungs- und Entwicklungsprojekten des Europäischen Kernfusionsprogramms auf den Gebieten "Plasmaphysik", "Fusionstechnologie" und "sozioökonomische Aspekte" und sorgt somit für einen signifikanten Rückfluss von Mitteln an die in der Assoziation zusammengefassten österreichischen Institutionen.

Koordination:
Dr. Günter Köck
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Internationale Forschungsprogramme
1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
T +43 1 51581 1271
F +43 1 51581 1275
guenter.koeck@oeaw.ac.at