Termin:
21.10.2010
Werk und Wirkung?
Johann Joseph Fux zum 350. Geburtstag
Die Fux-Tagung 2010 soll insbesondere dem Fragenkomplex nachgehen, ob und wie weit das Fuxische Werk - insbesondere das instrumentale und musiktheoretische - rezipiert wurde bzw. in welchen Bereichen es Wirkung entfaltete.
Unzweifelhaft ist der Einfluss Fuxens im Bereich der Musiktheorie. Referenzen auf seine zentrale Schrift "Gradus ad Parnassum" lassen sich bis in die heutige Zeit nachweisen. Gleichwohl ist es im Hinblick auf diese Publikation auch zu einer Verengung des Horizonts gekommen: in erster Linie wird sie als Kontrapunkt-Lehrbuch, weniger dagegen als umfassender gedachte Kompositionslehre wahrgenommen, die auch Elemente der Aufführungspraxis exemplifizieren will.
Das Instrumentalwerk von Fux muss dagegen als überwiegend vergessen bezeichnet werden. Die akademische Musikwissenschaft bemühte sich am Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt um Auseinandersetzung - allerdings nicht vorurteilsfrei: Die zumeist mit dem Notentext operierende Wissenschaft suchte die im kontrapunktischen Bereich unangezweifelte Meisterschaft Fuxens auch in dessen Schaffen weiter herauszuschälen. Die Tatsache, dass sich allerdings das Fuxische Idiom konventioneller Aufführungspraxis widersetzte und entsprechende Interpretationen in der Folge scheitern ließ, dürfte die Wahrnehmung von Fux als zwar gelehrter, aber doch "trockener" Theoretiker verstärkt haben. Im Gefolge der historisch orientierten Aufführungspraktiken scheint sich diese Wahrnehmung zu wandeln.
Die Wirkungsmöglichkeiten musikalischer Werke sollen in der Sektion Fux-Rezeption nach 1945 genauer verfolgt und speziell auf die jüngere Zeit (mit der Verbreitungsmöglichkeit musikalischer Werke über Tonträger) eingegrenzt werden. Dabei sollen werkspezifische bzw. lokale Fokussierungen vorgenommen werden.
Orchesterkonzert am 22.10.2010 [PDF]
Kontakt:
Angelika Roch
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Zentrum Kulturforschungen
Kommission für Musikforschung
T +43 1 51581-3701

