Termin:
05.03.2007
16:00 - 18:00
Framing als Theorie der Wissenschaftskommunikation
Urs Dahinden, Institut für Publizistik und Medienforschung,
Universität Zürich
Das theoretische Konzept des Framings ist in den vergangenen Jahren auf zunehmendes Interesse in verschiedenen sozialwissenschaftlichen Disziplinen gestoßen (u. a. der Soziologie und der Kommunikations- und Medienwissenschaft). Im Sinne einer vorläufigen Arbeitsdefinition werden Frames hier vereinfachend als Deutungsmuster definiert, welche zur Sinngebung und Bewertung von unterschiedlichen Themen herangezogen werden. Eine zentrale Stärke des Frame-Konzepts (im Sinne von Deutungsmuster) liegt in seiner breiten Anwendbarkeit für alle Phasen des massenmedialen Kommunikationsprozesses. Frames können auf allen Ebenen von Massenkommunikation (Public Relations, Journalismus, Medieninhalte, Publikum) identifiziert und deren Transfer und Wandel analysiert werden. Ein weiterer Vorteil, insbesondere für die Analyse der Wissenschaftskommunikation liegt in der Themenunabhängigkeit von Frames, mit der die Konstanz von Deutungsmustern aufgezeigt werden kann (immer wieder die selbe Geschichte, das selbe Deutungsmuster für ständig neue technische und wissenschaftliche Innovationen). Der Vortrag gibt einen Überblick zu aktuellen Studien über Framing als Theorie der Wissenschaftskommunikation. Neben den Stärken werden auch die Schwächen und Herausforderungen der Framing-Forschung diskutiert, zu denen die terminologische und auch empirisch-operationale Uneinheitlichkeit gehört.
Kontakt:
Institut für Technikfolgen-Abschätzung
Österreichische Akademie der Wissenschaften
T +43 1 51581-6587

