Termin:
10.12.2007
11:00 - 17:30
Die Sicherung der Sammlung Quellmalz
Zur Überspielung von originalen Magnetbändern aus den Jahren
um 1940
Die Sammlung Quellmalz gehört in mehrfacher Weise zu den außergewöhnlichen Sammlungen unter den wissenschaftlichen Schallaufzeichnungen. In ihrem Kern handelt es sich um rund 400 originale Magnetbänder im Ausmaß von rund 140 Stunden aus den Jahren 1940 - 1942, die im Auftrag des "Ahnenerbes" des Dritten Reiches in Südtirol aufgenommen wurden, um das Lied- und Erzählgut der zur Auswanderung bestimmtem Südtiroler Bevölkerung festzuhalten.
Entstanden als Folge nationalsozialistischer Politik ist diese Sammlung, über die frühen und in ihrem Umfang einzigartigen Tondokumente hinaus, ein Zeugnis der politischen Verstrickung der Wissenschaft zur Zeit des Nationalsozialismus. Sie ist ferner aus methodischen und technikhistorischen Gründen außergewöhnlich, zumal sie den weltweit ersten großen Feldeinsatz einer jungen Schallaufnahmetechnik widerspiegelt. Und schließlich stellte die vollständige quellenkritische Übertragung und Digitalisierung der Originalaufnahmen durch das Phonogrammarchiv eine besondere Herausforderung dar. Zu den Südtiroler Bändern gesellen sich noch rund 100 weitere Magnetbänder aus den Jahren 1937 - 1943 von Quellmalz und anderen Forschern, die ebenfalls übertragen wurden.
Das Projekt erfolgte im Auftrag der Landesregierungen Nord- und Südtirols sowie der Universität Regensburg als Eigentümerin der Sammlung im Rahmen eines Interreg-Projektes der Europäischen Kommission. Im Symposium werden gleichermaßen die historischen und inhaltlichen Aspekte der Sammlung, sowie der konservatorische Zustand, die sich daraus ergebenden Probleme und deren Lösung bei der Überspielung auf digitale Datenträger, besprochen.
Einladung [PDF]
Kontakt:
Dr. Gerda Lechleitner
Phonogrammarchiv
Zentrum Sprachwissenschaften, Bild- und Tondokumentation
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Liebiggasse 5
1010 Wien
T +43 1 4277 29603
F +43 1 4277 9296

