Termin:
29.11.2006
18:15 Uhr
Nesseltiere
Ein Sprungbrett für die Evolution?
Thomas W. Holstein, Heidelberg
Sie haben kein Blut, kein Herz und kein Gehirn und bestehen zu 99 Prozent aus Wasser. Dennoch haben die Nesseltiere (Seeanemonen, Quallen und Korallen) jeden Lebensraum unter Wasser erobert, von der Antarktis bis in die Tropen, von der Tiefsee bis ins Süßwasser. Ihre Fähigkeit zur Regeneration ist nahezu unbegrenzt. Neue Befunde aus der vergleichenden Genomforschung zeigen jetzt, dass diese mehr als 500 Millionen Jahre alten Organismen eine genetische Komplexität besitzen, die der von Wirbeltieren nahe kommt. Warum?
Schlüsselprozesse der embryonalen Entwicklung und Zelldifferenzierung sind tief in unserem Genom verankert und reichen in die Frühzeit der Evolution, als die ersten Nesseltiere entstanden. Der Vortrag behandelt diesen fundamentalen Zusammenhang zwischen Evolution und Entwicklung: Hier ist letztlich die Grundlage für die Entstehung immer neuer Tiergruppen und der des Menschen zu suchen.
Moderator:
Friedrich G. Barth, ÖAW, Universität Wien
Veranstalter:
ÖAW und Industriellenvereinigung Wien
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, A-1010 Wien
T +43 (1) 51581-1219
F +43 (1) 51581-1227

