Termin:
10.01.2006
19:00 c.t.
Ikonen Dialektik und Politik
Zur politischen Sprache am Hof Karls des Großen
Thomas Ertl (Berlin). Die fränkischen Geschichtsschreiber um 800 bedienten sich, wenn sie von Königtum und Kaisertum der Karolinger sprachen, einer erstaunlich homogenen
Ausdrucksweise, welche zwischen Macht und Titel eines Herrschers
differenzierte und die Weltordnung gewahrt sah, wenn res und nomen
übereinstimmten ("Nomentheorie"). Die sprachliche Bewältigung des karolingischen Aufstiegs wird im Vortrag im Gegensatz zur älteren Forschung nicht als Wiederbelebung patristischen Gedankenguts, sondern als Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem byzantinischen Bilderstreit und der in seinem Rahmen gemachten Unterscheidung zwischen Bild und Prototyp gedeutet.
Thomas Ertl lehrt mittelalterliche Geschichte an der Freien Universität Berlin (Lehrstuhl Matthias Thumser). Nach Arbeiten zum Kanzlei- und Urkundenwesen Kaiser Heinrichs VI. schließt er zur Zeit sein Habilitationsprojekt über die Selbstdeutung und Weltordnung im frühen deutschen Franziskanertum ab.
Kontakt:
Univ.-Doz. Dr. Walter Pohl
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Institut für Mittelalterforschung
Prinz-Eugen-Str. 8
A-1040 Wien
T +43 1 51581-7240

