Termin:
16.01.2006
18:00 c.t.
Heimat Sibirien. Die Letzten der verbannten
Alt-Salzkammergütler aus Mokra (Ukraine)
Wilfried Schabus
Wilfried Schabus reiste im Mai 2005 ins westsibirische Tiefland, um dort Menschen zu besuchen, die zwar nicht von Österreich dorthin gekommen sind, die aber trotzdem einen österreichischen Dialekt sprechen, nämlich einen Salzkammergut-Dialekt. Diese Leute wurden 1946 von Mokra nach Sibirien deportiert. Mokra liegt in den Waldkarpaten nördlich der Theiß, in Transkarpatien. Früher gehörte dieses Gebiet zum ungarischen Komitat Marmarosch. An der Theiß gibt es Salzbergwerke, die einen großen Bedarf an Fichtenholz hatten. Zur Aufrechterhaltung ihrer einträglichen Salzförderung sah sich die ungarische Hofkammer gezwungen, kundige Waldarbeiter und Flößer anzuwerben. Im November des Jahres 1775 ließen sich schließlich einhundert Salinenarbeiter aus dem Salzkammergut mitsamt ihren Familien im hintersten Winkel des Teresvatals nieder. 140 Jahre später wurden ihre Nachkommen nach Sibirien deportiert. Wie ihre Vorfahren einst in Mokra, so hatten sie jetzt in der sibirischen Taiga als Waldarbeiter harte Pionierarbeit zu leisten.
Wilfried Schabus ist Mitarbeiter am Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Hon.Prof. für Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Wien.
Einladung [PDF]
Kontakt:
Dr. Gerda Lechleitner
ÖAW-Phonogrammarchiv
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