Termin:
19.01.2006
20:00
Die Entwicklung der Philosophie in Iran im 19. und im
20. Jahrhundert
Reza Hajatpour, Bamberg
Vortrag von Reza Hajatpour im Rahmen der Vortragsreihe "Kulturwissenschaftliche Iranforschung". Insbesondere die Geschichte des philosophischen Denkens in Iran verweist die im Abendland oft gehörte These, Intellektualität und Wissen seien im Islam seit dem 14. Jahrhundert erstarrt und hätten sich nicht mehr weiter entwickelt, in das Reich der Legende. Der Autor wird uns in Aspekte und Themen einführen, zu denen es oft überraschende philosophische Dispute gegeben hat und immer noch gibt.
Reza Hajatpour blickt auf ein aufregendes Leben zurück, nicht nur als Philosoph, der er ist, sondern auch vor dem Hintergrund unerwarteter Ereignisse. Als junger islamischer Theologe, der seine Ausbildung in Ghom (Iran) genossen hatte, erlebte er die ersten Jahre nach der Islamischen Revolution, bis er schließlich um die Mitte der 80er Jahre aus dem Lande flüchtete. Seine neue Existenz in Deutschland nützte er vor allem dazu, in die Traditionen und laufenden Diskussionen der westlichen Philosophie einzudringen. Seit dem Jahr 2002 arbeitet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Iranistik der Universität Bamberg. Seine Dissertation war einer kritischen Analyse des staatsphilosophischen Denkens schiitischer Theologen im 20. Jahrhundert gewidmet (veröffentlicht 2002). In seiner zur Zeit entstehenden Habilitationsschrift befasst er sich mit der "Erziehbarkeit" des Menschen aus islamisch-philosophischer Sicht. Er ist außerdem Autor des faszinierenden autobiographischen Essays "Der brennende Geschmack der Freiheit" (Suhrkamp-Verlag, 2005).
Veranstalter: Das Institut für Iranistik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
und die Österreichische Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall.
Kontakt:
Bettina Hofleitner
Institut für Iranistik der ÖAW
Prinz Eugen-Straße 8-10
A-1040 Wien
T +43 1 51581-7800

