Termin:
15.12.2005
20:00
Viele Zungen, eine Schriftsprache
Persisch auf dem Dach der Welt
Vortrag von Siegfried Weber, Heidelberg, im Rahmen der Vortragsreihe "Kulturwissenschaftliche Iranforschung". Kaschmir, Karakorum, westlicher Himalaya - diese Gegenden waren schon in vormoderner Zeit gleichermaßen isoliert wie auch schon in einem frühen Sinne globalisiert: Letzteres vor allem deshalb, weil es sich bei diesen vermeintlich abgelegenen Gebirgslandschaften um wichtige Durchzugsgebiete für überregionale Händler und regionalen Austausch handelte. Als übergreifende Sprache und gleichzeitig als verbindende Sprache in die west-, zentral- und südasiatischen Nachbargebiete hinein diente Jahrhunderte lang das Persische, keineswegs nur für Muslime, sondern durchaus auch für Angehörige anderer Religionen und damit verbundener Kulturen. Dieser umstand führte schließlich auch zu unerwarteten kulturellen Prägungen.
Siegfried Weber ist seit 1993 Lehrbeauftragter für Neupersisch an der Universität Heidelberg. Aus seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. S. Najmabadi entstanden u.a. die Editionen der anonymen Chronik Mujmal at-tawarikh wa´l-qisas, des Fürstenspiegels Kalila wa-Dimna. Sein Hauptinteresse gilt der Verbreitung des Neupersischen auf dem Indischen Subkontinent, woraus wieder um seine Dissertation Die persische Verwaltung Kaschmirs 1842-1892 entstand, die auf Urkunden und sensationellen Archivfunden aus abgelegenen Gegenden beruhten.
Veranstalter: Das Institut für Iranistik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
und die Österreichische Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall.
Kontakt:
Bettina Hofleitner
Institut für Iranistik der ÖAW
Prinz Eugen-Straße 8-10
A-1040 Wien
T +43 1 51581-7800

