Termin:
25.11.2004
WIE WIR UNS AUFFÜHREN
Performanz/Performativität im Spannungsfeld von Kultur- und Sozialstudien
Eine Veranstaltung der ÖAW-Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte und dem
IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften.
Im Feld der Kulturwissenschaften hat der Begriff der Performanz/Performativität in den letzten Jahren zunehmend an
Bedeutung gewonnen: Performativität hat offenkundig das Potential, den Blick auf die "soziale Wirklichkeit" aus der
Perspektive unterschiedlicher disziplinärer Zugänge zu bündeln.
Die Frage nach dem "Aufführungscharakter" von sozialen Handlungen bzw. nach den "performativen Rahmungen" der
gesellschaftlichen Symbol- und Wissensproduktion ist allerdings nicht allein für kulturwissenschaftliche Analysen von
Relevanz, sondern gewinnt als Handlungsanleitung für gesellschaftliche Praxisformen an Bedeutung: Parteien
unterscheiden sich z. B. weniger durch Ideologien als durch ihre Branding-Strategien, Wahlkämpfe werden nicht mehr
als ideologische Konkurrenz gestaltet, sondern entsprechend den Logiken medialer Performanz.
Kurz gesagt: Performanz erweist sich als neues kulturwissenschaftliches key word, das strukturelle Ähnlichkeiten von
wissenschaftlichen Denkmodellen und gesellschaftlichen Praxisformen erschließen kann. Die diskursive Konstruktion
der Wirklichkeit bedarf, so die Ausgangsthese, der performing acts, um die Bühne der öffentlichen Kommunikation zu
bespielen und damit Wirkungsmächtigkeit zu erlangen. Rituale und Inszenierungen bestimmen die Wahrnehmung des
Politischen, Skandale und Tabubrüche werden im Kampf um die knappe Ressource Aufmerksamkeit strategisch
plaziert.
Kontakt:
Dr. Heidemarie Uhl
Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
T + 43 1 - 51581/3618
F + 43 1 - 51581/3311

