Termin:
15.06.2004
17:00
Die quantitative Evaluation wissenschaftlicher Leistungen - wider den Impact-Faktor-Wahn
Vortrag von Gerhard Fröhlich, Institut für Philosophie und Wissenschaftstheorie, Johannes Kepler Universität Linz
Inhalt:
Die wirkmächtigste szientometrische Kennziffer ist der sogenannte "Impact
Factor" des Institutes for Scientific Information, Philadelphia (in der Folge:
ISI-IF). Fast alle reden von ihm; viele hätten gerne einen höheren; kaum
einer weiss, wie er berechnet wird. Doch die Kritik wird immer massiver, denn
in den letzten Jahren traf es auch Mächtige: Das zentrale Paper zur
Entschlüsselung des Humangenoms wurde vom ISI nicht als "hot paper"
eingestuft (=als ein Artikel, der Rekordwerte an Zitaten hervorruft).
Recherchen des betroffenen britischen Journals "Nature" zeigten schwere
Fehler und Verzerrungen in den ISI-Prozeduren. In der
szientometriekritischen Literatur finden sich zahlreiche weitere
schwerwiegende Einwände, die bislang kaum Aufmerksamkeit erregt
haben. Anhand von Beispielen werden Mechanismen aufgezeigt, die zu
erheblichen Verzerrungen bei der Berechnung des ISI-IF führen. Fazit: Der
ISI-IF ist bloss ein "willkürlich definiertes" szientometrisches Mass von
vielen und nicht die heilige Kuh, für die es von vielen gehalten wird.
Anmeldungen bitte an Dr. Helge Torgerson,torg@oeaw.ac.at
Institut für Technikfolgen-Abschätzung
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Strohgasse 45/5, 1030 Wien
Tel:+43 1 710 2510 / 6587

