Termin:
25.11.2003
17.00
Die quantitative Evaluation wissenschaftlicher Leistungen - wider den Impact-Faktor-Wahn
von Gerhard Froehlich, Inst. für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Johannes Kepler Universität Linz
Die wirkmächtigste szientometrische Kennziffer ist der sogenannte "Impact
Factor" des Institutes for Scientific Information, Philadelphia (in der Folge: ISI-
IF). Fast alle reden von ihm; viele hätten gerne einen höheren; kaum einer
weiss, wie er berechnet wird. Doch die Kritik wird immer massiver, denn in
den letzten Jahren traf es auch Mächtige: Das zentrale Paper zur
Entschlüsselung des Humangenoms wurde vom ISI nicht als "hot paper"
eingestuft (=als ein Artikel, der Rekordwerte an Zitaten hervorruft).
Recherchen des betroffenen britischen Journals "Nature" zeigten schwere
Fehler und Verzerrungen in den ISI-Prozeduren. In der
szientometriekritischen Literatur finden sich zahlreiche weitere
schwerwiegende Einwände, die bislang kaum Aufmerksamkeit erregt
haben. Anhand von Beispielen werden Mechanismen aufgezeigt, die zu
erheblichen Verzerrungen bei der Berechnung des ISI-IF führen. Fazit: Der
ISI-IF ist bloss ein "willkürlich definiertes" szientometrisches Mass von
vielen und nicht die heilige Kuh, für die es von vielen gehalten wird.
Anmeldung wird erbeten: Dr. Helge Torgersen,
E-Mail: torg@oeaw.ac.at
Institut fuer Technikfolgen-Abschätzung
Strohgasse 45/5, 1030 Wien
Tel: (+43 1) 710 25 10 / 6687
E-Mail: tamail@oeaw.ac.at

