Termin:
26.06.2003
18:00
Zur Situation audiovisueller Forschungsdokumente im weltweiten Überblick
Dietrich Schüller, Phonogrammarchiv der ÖAW
Seit über hundert Jahren spielen Tonaufnahmen, in jüngerer Zeit auch Videoaufnahmen eine große, oftmals unverzichtbare Rolle als Quellen für zahlreiche geistes- und naturwissenschaftliche Disziplinen. Die meisten wissenschaftlichen Forschungsdokumente, auf die wir unsere Kenntnis
etwa der Sprachen und Musikkulturen der Welt stützen, befinden sich nicht in Archiven im eigentlichen Sinn, sondern in
Forschungsinstitutionen oder auch in Privatbesitz, wo nicht in adäquater Weise für die bisherige Erhaltung, und schon gar nicht für die Überführung dieser Bestände in die digitale Domäne und ihre weitere Bewahrung gesorgt werden kann. Ohne geeignete Strategien werden wir einen erheblichen Teil dessen, was wir in den letzten hundert Jahren
an audiovisuellen Dokumenten gewonnen haben, unkontrolliert wieder
verlieren.
Dietrich Schüller studierte Ethnologie und Musikethnologie und leitet das Phonogrammarchiv der ÖAW seit 1972. Er beschäftigt sich neben technischen und methodischen Fragen der phonographischen Feldforschung mit der Problematik der Erhaltung audiovisueller Datenträger, ist Mitglied internationaler technischer und strategischer Archivarbeitsgruppen und kennt viele audiovisuelle Archive und Sammlungen in aller Welt.
Phonogrammarchiv der ÖAW
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