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Termin:
16.09.2002
18:30





Leibniz und der Computer

Ein Vortrag von Heinz Zemanek

Begleitprogramm zur Ausstellung

Gottfried Wilhelm Leibniz:
Philosoph, Mathematiker, Physiker, Techniker

veranstaltet von der ÖAW-Kommission für Geschichte der Naturwissenschaften, Mathematik und Medizin

Es ist kein Zufall, dass sich unter den frühen Rechenmaschinen-Erfindern zwei Philosophen befinden, nämlich Pascal und Leibniz. Damals war Rechnen ein Handwerk, das man bei einem Rechenmeister lernte. Es gab keinen praktischen Grund, für dieses befriedigend arbeitende Handwerk eine Maschine zu erfinden. Es waren die Denker, die das Automatenhafte am Rechenvorgang erkannten und an die Umsetzung in Mechanik dachten. Leibniz geht dem Vorgang auf den letzten Grund, ahnt die zugrunde liegende Aussagenlogik und - gewiss auch angeregt durch die Binär-Klassifikation der chinesischen Philosophie, von der er über die Jesuiten erfuhr - erkennt das Elementare des Zweiersystems. Er wirft mit einem Satz sogar das Prinzip des Binäraddierwerks hin und nimmt damit zwar nicht die Elektronik, aber doch die heutige Computertechnik vorweg.

Der Vortrag wird sowohl die Beiträge von Leibniz zur dekadischen Vier-Speziesmaschine wie auch zum "Rechnen mit Null und Eins" darlegen. Zum ersten Thema sind die Arbeiten des Dresdner Computerpioniers N. J. Lehmann von Wichtigkeit, zum zweiten ist ein Vorgänger zu nennen, der Bischof Caramuel y Lobkowitz, und die Arbeiten des Kasseler Museumsdirektors L. von Mackensen haben den hingeworfenen Satz von Leibniz in funktionierende Modelle verwandelt.

Den Abschluss bildet eine Überlegung zum Thema "Computer und Geisteswissenschaften".



Zur Ausstellung

Information:

Dr. Marianne Baumgart, Öffentlichkeitsarbeit, ÖAW

Tel.: (+43 1) 51581/1219, Fax: (+43 1) 51581/1275
E-Mail: Marianne.Baumgart@oeaw.ac.at