Termin:
19.09.2002
Die Habsburgermonarchie:
Ein Ort der inneren Kolonisierung?
Workshop der ÖAW-Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte
Konzeption: Ursula Prutsch, Johannes Feichtinger
Ausgehend von den Postcolonial Studies, die seit Ende der siebziger Jahre die anglo-amerikanische wissenschaftliche Öffentlichkeit für das Wechselverhältnis von kolonisierenden Mächten (Definitionsmächtigen) und Kolonisierten zu sensibilisieren trachten, soll versucht werden, dieses kulturwissenschaftliche Konzept für ein sozio-politisches bzw. sozio-kulturelles System wie jenes der Donaumonarchie, das offensichtlich keine koloniale Vergangenheit aufweist, zu überprüfen. In den Postcolonial Studies steht die Vorstellung einer durch Hybridisierung geprägten Lebenswelt im Vordergrund. Dieser Begriff ersetzt jenen des Multikulturalismus; der Wert des ersteren liegt darin, dass nicht wie im Multikulturalismuskonzept die Verschiedenheiten verwischt und die Gemeinsamkeiten von verschiedenen Elementen (z. B. Ethnien) betont werden, sondern die Differenzen: Die unterschiedlichen Elemente bleiben benennbar, die Dissonanzen sichtbar und die Vielstimmigkeit wahrnehmbar.
ÖAW-Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte
Kontakt:
Dr. Peter Stachel
ÖAW-Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte
Tel.: (+43 1) 51581/3348
E-Mail: Peter.Stachel@oeaw.ac.at

