Termin:
08.05.2002
18:00
Natur im Diskurs. Naturvorstellungen in Technik- und Umweltkonflikten
ITA-Seminar: Bernhard Gill, Institut für Soziologie,
Ludwig-Maximilian-Universität München
In Technik- und Umweltkonflikten geht es oft nicht so sehr um Wissen (wie die meisten NaturwissenschaftlerInnen glauben), auch nicht um Interessen oder Risiken (wie die meisten SozialwissenschaftlerInnen glauben), sondern um Konflikte zwischen verschiedenen Weltbildern.
Allerdings gibt es meiner These zufolge nicht nur zwei (z.B. "rationales" vs. "irrationales"), sondern drei typische Weltbilder und dementsprechende Naturvorstellungen: Das konservativ-identitätsorientierte Weltbild, das utilitaristisch-fortschrittsorientierte Weltbild und schließlich das romantisch-alteritätsorientierte Weltbild. Die Spannung zwischen diesen Weltbildern verschwand im Laufe des Modernisierungsprozesses nicht - seit den 70er Jahren scheint sie eher zu- als abzunehmen. Im Unterschied zu vielen theoretischen Annahmen sind diese Weltbilder aber nicht so sehr in den Köpfen verankert; vielmehr ergeben sie sich aus den Zusammenhängen, in denen wir handeln: Jeder und jede von uns wechselt im Alltag zwischen verschiedenen Handlungszusammenhängen und damit
verbundenen Weltbildern hin und her.
Information:
ÖAW-Institut für Technikfolgen-Abschätzung
Anmeldung erbeten unter:
Tel.: (+ 43 1) 7102510/6582, Fax: (+43 1) 7109883, E-Mail: torg@oeaw.ac.at

