Termin:
12.03.2002
18:00
Vom Homo faber zum Homo fabricatus.
Gesellschaftliche Folgen und ethische Herausforderungen der Biomedizin
ITA-Seminar: Ulrich H. Körtner, Universität Wien
Institut für Systematische Theologie
Die medizinethische Diskussion ist einer der Orte, an welchem
unsere Gesellschaft ihr Verhältnis zum Sinn des Lebens und
des Leidens wie auch zum Tod als einer gleichermaßen
personalen wie sozialen Realität zu klären versucht. "Homo
faber" lautet der Titel eines 1957 erschienenen Romans von
Max Frisch. Der Titelheld ist ein Techniker, dessen rationale
Weltsicht durch tragische Verwicklungen aus den Fugen gerät.
Der Techniker gilt als Inbegriff der Moderne. Die Biotechnologie
führt zu neuen tiefgreifenden Veränderungen unseres Welt-
und Menschenbildes. Aus dem Homo faber wird der Homo
fabricatus. Die dadurch aufgeworfenen Fragen berühren auch
die Forschungsethik. Diese befasst sich nicht nur mit der Arbeit
von Ethikkommissionen, sondern auch mit der beruflichen
Einstellung von Forschenden, deren Persönlichkeitsbildung ein
wichtiges Desiderat ihrer Ausbildung ist. Die Diskussion über
das Leitbild medizinischer Forschung bleibt akademisch,
solange für das Studium der Medizin oder der
Lebenswissenschaften keine praktischen Konsequenzen
gezogen werden.
Information:
ÖAW-Institut für Technikfolgen-Abschätzung
Anmeldung erbeten unter:
Tel.: (+ 43 1) 7102510/6582, Fax: (+43 1) 7109883, E-Mail: torg@oeaw.ac.at

