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Termin:
13.11.2001
17:00





E-Philosophie

ITA-Seminar: Herbert Hrachovec, Institut für Philosophie an der Universität Wien

Der im Anschluss an Edmund Husserl in der phänomenologischen Tradition entwickelte und von Theoretikern wie Habermas und Dreyfus aufgegriffene, Begriff der "Lebenswelt" ist ein philosophischer Beitrag zur Einschätzung technologischer Entwicklungen. Er richtet das Augenmerk darauf, dass die Wirksamkeit von Maschinen ohne historisch-soziale Voraussetzungen, die ihren Sinn und Zweck bestimmen, undenkbar wäre. Der Hinweis ist - in einer Lesart - nicht bestreitbar. Jede sozial- und kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit technischen Abläufen muss auf ihn zurückgreifen.

In Husserls Schriften, aber auch in einem verbreiteten Allgemeinverständnis, spielt die "Lebenswelt" allerdings eine spezifischere Rolle. Sie übernimmt eine anti-technologische Funktion. Gegen die nachträgliche und zweckrationale Wirksamkeit formal-automatenhafter Geräte wird der unmittelbare Sinnzusammenhang der Alltagsorientierung als ursprünglich und wertbestimmend hervorgehoben. Nur auf dem Grund der Lebenswelt kann ein vertretbarer zivilisatorischer Umgang mit Maschinen gedacht werden. Die Philosophie wird dabei gerne als unentbehrliche Advokatin des derart gefassten "gesunden Menschenverstandes" gefasst.

Eine nähere Analyse zeigt, dass "Lebenswelt" nicht nach diesem einfachen Muster zu denken ist. Sie bietet keine theoretische Abkürzung für Technoskeptiker. Allerdings eignet sich der Begriff dazu, die Fronten, die (nicht zuletzt durch seine kurzsichtige Verwendung) zwischen Ingenieuren und Laien aufgebaut worden sind, zu durchlöchern.

Information:

ÖAW-Institut für Technikfolgen-Abschätzung

Anmeldung erbeten unter:

Tel.: (+ 43 1) 7102510/6582, Fax: (+43 1) 7109883, E-Mail: torg@oeaw.ac.at