Termin:
15.05.2001
19:00 - 22:00
"Who is who" in Europa?
Verhandlungen über die Herkunft und Identität der europäischen Völker
ÖAW-Veranstaltung im Rahmen der ScienceWeek@Austria 2001
Geschichte war für die Konstruktion ethnischer und nationaler Identitäten seit jeher ein zentraler Gegenstand der Auseinandersetzung; und das nicht erst seit der moderne Nationalstaat in mühsamem Kampf Einheitlichkeit und Abgrenzbarkeit erzeugt hat, indem Geschichte als Erzählung von gemeinsamem, nationalem Schicksal gedeutet wurde. Die Erzählung von Geschichte(n) stand auch schon davor im Spannungsfeld von Auseinandersetzungen, in denen es darum ging, über die Konstruktion einer gemeinsamen Vergangenheit kollektive Identitäten zu etablieren. Eine Reihe von erhaltenen Texten aus dem Mittelalter überliefern uns Spuren von der Vielfalt und Situationsgebundenheit dieser Konstruktionen, aber ebenso auch Spuren ihrer Rezeption, Adaption und Weiterverwendung. An diesem Abend werden von Schauspielern einige ausgewählte Texte, vom Mittelalter bis zur Gegenwart, gelesen und konfrontiert. Diese Beispiele, oft auch widersprüchlicher Bemühungen um Identitätsstiftung, werden dann von Historikern kommentiert. Die Verhandlung der Wahrheiten und Wirklichkeiten von Geschichte und Geschichten, die dadurch vorgestellt wird, soll von diesen Texten ausgehend aber auch vom Publikum mit den HistorikerInnen weiter- und vielleicht sogar bis in die unmittelbare Gegenwart geführt werden.
Veranstalter:
Forschungsstelle für Geschichte des Mittelalters der ÖAW
Information:
Mag. Alexander Hecht, Forschungsstelle für Geschichte des Mittelalters der ÖAW
1010 Wien, Fleischmarkt 20-22
Tel.: 0699/11174651, E-Mail: pr.gema@oeaw.ac.at

