Suche      Home      Kontakt      Sitemap      English

Wissenschaft als Beruf

Top-Arbeitsplätze für Postdoktorand(inn)en


In der Phase nach dem Doktorat zeigt sich, ob sich ein Jungforscher, eine Jungforscherin als Wissenschaftler(in) etablieren kann. Ob das gelingt, hängt nicht zuletzt davon ab, wo man die Postdoc-Zeit verbringt.

In der Phase nach dem Doktorat zeigt sich, ob sich ein Jungforscher, eine Jungforscherin als Wissenschaftler(in) etablieren kann. Ob das gelingt, hängt nicht zuletzt davon ab, wo man die Postdoc-Zeit verbringt.

Die Postdoc-Zeit ist jene Zeit, in der sich entscheidet, ob man sich als Wissenschaftler(in) etablieren kann oder nicht. Die wissenschaftliche Qualifikation muss vorangetrieben werden, aber auch auf eine etwaige spätere Führungsverantwortung oder das professionelle Einwerben von Drittmitteln müssen sich Postdoktorand(inn)en vorbereiten. Ob die Etablierung letztendlich gelingt, hängt nicht zuletzt davon ab, wo man seine Postdoc-Zeit verbringt und wie man in dieser wichtigen Phase unterstützt wird.

In der jährlichen Rangliste der "Best Places to Work for Postdocs" des US-amerikanischen Fachmagazin "The Scientist" wurden die ÖAW-Forschungsinstitute IMBA - Institut für Molekulare Biotechnologie und CeMM - Forschungszentrum für Molekulare Medizin unter die Top 3 der besten internationalen Arbeitsplätze für Postdoktorand(inn)en gelistet.

Doch was macht einen Top-Arbeitsplatz für Postdoktorand(inn)en aus? Neben guter Bezahlung, einer Top-Forschungsinfrastruktur und einer hohen Qualität der Ausbildung, waren es vor allem Programme zur Karriereentwicklung, aber auch Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Forschung und Familie, die bei "The Scientist? in die Bewertung einflossen.

Instituts-übergreifender Austausch und Kinder-Tagesstätte

"Das Postdoktorat ist eine sensible Phase. Man muss nicht nur wissenschaftlich erfolgreich sein, sondern auch lernen, danach ein eigenes Labor zu führen", sagt Josef Penninger, wissenschaftlicher Direktor des IMBA. Am IMBA gibt es ein spezielles Ausbildungsprogramm, das Postdocs vermittelt, wie man wissenschaftliche Publikationen verfasst, Förderungen einwirbt und Führungsqualitäten entwickelt. Darüber hinaus sind die Postdoktorand(inn)en in einer Postdoc Association organisiert, über die sie in Entscheidungsprozesse des am Campus Vienna Biocenter angesiedelten Instituts eingebunden sind, sei es wenn es um die Optimierung der Forschungsinfrastruktur vor Ort oder um die Anstellung neuer Gruppenleiter am IMBA geht. Für Ilka Reichardt, Sprecherin der Postdoc Association, ist insbesondere der Instituts-übergreifende Austausch mit Forscher(inne)n anderer Institute am Campus - wie des Institute of Molecular Pathology (IMP) - einer der Punkte, die das IMBA zu einem Top-Arbeitsplatz für Postdocs macht: "Wissenschaftliche Kommunikation ist für erfolgreiche Forschung wesentlich." Es gibt gemeinsame Seminare und einen jährlichen Retreat.

Auch die gemeinsame Nutzung von Core-Facilities wie beispielsweise die Mikroskopie-Einheit "BioOptics" ist für Reichardt ein klarer Vorteil. So gibt es eine Service-Einheit, die sich ausschließlich um die Instandhaltung der Mikroskope kümmert, damit die Forscher(innen) frei forschen können. "Postdocs koennen sich somit voll und ganz auf ihre Experimente konzentrieren", so Reichardt.

Instituts-übergreifend ist auch die Campus-eigene Kinder-Tagesstätte, die von den Wiener Kinderfreunden" betrieben wird und ganzjährig für die optimale Betreuung des Nachwuchses in örtlicher Nähe sorgt.

Kreativer Freiraum und modernste Forschungsinfrastruktur

"Der wissenschaftliche Entdeckungsprozess ist sehr kreativ - und er lebt vom Geist und von der Stimmung der Forscherinnen und Forscher. Ein gutes Arbeitsumfeld und ein offenes, internationales Arbeitsklima sind die Basis dafür", sagt Giulio Superti-Furga, wissenschaftlicher Direktor des CeMM zum hervorragenden Ranking in "The Scientist". Bestätigung erhält er von den Postdocs, die hier neben der fachlichen Förderung vor allem auch den Zugriff auf modernste Einrichtungen wie cutting-edge Massenspektrometrie, Genomics Facilities und Tiefensequenzierung sowie die Unterstützung durch ein Bioinformatik-Team schätzen. Postdoc Leonhard X. Heinz: "Die Kombination von kreativer Freiheit und technischen Einrichtungen der neuesten Generation macht das CeMM zum perfekten Forschungsort für Postdocs."

Darüber hinaus bietet das CeMM institutionalisierte Plattformen für die wissenschaftliche Weiterbildung und das Knüpfen von Netzwerken: Dazu zählen wöchentliche Seminare, regelmäßige CeMMinars mit hervorragenden internationalen Wissenschaftler(inne)n und anschließenden PostDoc-Gesprächsrunden, jährliche CeMM-weite Retreats sowie Retreats der einzelnen Forschungsgruppen und ein Scientific Advisory Board mit internationalen Spitzenforscher(inne)n. Dass die Konzepte von IMBA und CeMM aufgehen, zeigen die Karrieren ehemaliger Postdoktorand(inn)en. So hat Greg Neely, der im Labor von Josef Penninger am IMBA zum Thema Schmerz forschte, für die Fortführung seiner Forschungen Förderungen von über vier Millionen Dollar und eine eigene Gruppe am Garvan Institut, einem der größten Institute für Biomedizin in Australien , bekommen. Oliver Hantschel, der am CeMM Wirkstoffe zur Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie erforschte, ist heute Professor am renommierten École Polytechnique Fédérale de Lausanne.



ÖAW-Stipendien für Postdocs

Auch Stipendien können Jungforscher(innen) dabei unterstützen, sich als Wissenschaftler(innen) zu etablieren. Die ÖAW bietet herausragenden Postdoktorand(inn)en hier verschiedene Möglichkeiten an - wie beispielsweise das APART-Stipendium (Austrian Programme for Advanced Research and Technology). Weitere Informationen zum Stipendienprogramm der ÖAW finden sie unter www.stipendien.at. Zum Thema Nachwuchsförderung an der ÖAW siehe auch das Thema des Monats Mai 2010.


Mai 2012