Wissenschaft als Beruf
Exzellente Drittmittel-Akquise
Erfolgreiche Drittmittel-Akquise ist heute ein wichtiges Kriterium für Exzellenz. Die Abteilung Forschungsservice und Internationale Beziehungen unterstützt ÖAW-Einrichtungen bei der Einwerbung und Durchführung von EU-Projekten.
An der ÖAW laufen derzeit über 60 EU-Projekte mit über 1000 Projektpartnern innerhalb und außerhalb der EU. Seit 2007 gingen insgesamt 13 ERC-Grants an Forschungseinrichtungen der ÖAW: sechs Advanced Grants, sechs Starting Grants und ein Proof of Concept Grant, der darauf abzielt, Risikokapitalgeber und/oder Firmen davon zu überzeugen, in eine bestimmte Technologie zu investieren und sie durch die frühe Vermarktungsphase zu führen. Giulio Superti-Furga konnte hier für das CeMM - Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW 2011 sogar den ersten Proof of Concept Grant in Österreich einwerben.
Die Erfolge der ÖAW bei der Drittmittel-Akquise können sich also sehen lassen. Mit einem ERC-Grant auf 66 wissenschaftliche Mitarbeiter(innen) liegt die ÖAW im Verhältnis ERC-Grant zu Wissenschafter-Vollzeitäquivalente in der Wissenschaft vor der Universität Wien (1:208) und der deutschen Max-Planck-Gesellschaft (1:167) (Stand: April 2012).
"Drittmittel-Akquise wichtiges Kriterium für Exzellenz"
Zum Beruf des Wissenschaftlers/der Wissenschaftlerin gehört es, sich mit den Besten zu messen. "Insbesondere die Drittmittel-Akquise auf EU-Ebene ist heute ein wichtiges Kriterium für Exzellenz", sagt Bedanna Bapuly von der ÖAW-Abteilung Forschungsservice und Internationale Beziehungen (FIB). Von der EU geförderte Projekte einzuwerben und durchzuführen erfordert umfassendes Projektmanagement. Aufgabe des FIB ist es, die ÖAW-Einrichtungen dabei aktiv zu unterstützen.
Am Puls der Forschungsförderung
Das FIB betreut die ÖAW-Einrichtungen von der Antragstellung über die Projekt-Abwicklung bis zur Abrechnung. Erfolgreiche Projektarbeit auf EU-Ebene braucht jedoch weit mehr als administratives Knowhow. Es gilt immer ein Ohr am Puls der Forschungsförderung zu haben, sei es um neue Finanzierungsquellen zu erschließen oder bestehende Förderprogramme nach ihrer Kompatibilität mit aktuellen Forschungsthemen an ÖAW-Einrichtungen abzuklopfen. "Wir verfolgen die aktuellen Entwicklungen in der Förderlandschaft genau und beraten unsere Forschungseinrichtungen aktiv, in welchen Förderschienen sich ihre Forschungsarbeit platzieren ließe oder wo sich neue Förder-Möglichkeiten für sie auftun könnten", so Bapuly.
Lobbying für die Forschung
Je passgenauer eine Ausschreibung auf die Forschungsschwerpunkte einer Einrichtung zugeschnitten ist, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg. Darum ist es wichtig, die Entwicklung neuer Förderprogramme bereits so früh und so weit wie möglich aktiv mitzugestalten. So startet mit dem Jahr 2014 das nächste EU-Rahmenprogramm Horizon 2020 mit den drei Säulen Excellent Science, Industrial Leadership sowie Societal Challenges und einem Gesamtbudget von rund 80 Milliarden Euro. Bapuly: "Wir haben uns hier bereits in den Politik-Entstehungsprozess eingebracht, um Themen der ÖAW im Programm forcieren zu können."
Bei Horizon 2020 soll wie bisher exzellente Grundlagenforschung gefördert, diese aber auch aktiv dabei unterstützt werden, ihren Weg in den Markt zu finden. Ein Blick auf die geplanten Forschungsschwerpunkte zeigt, das sich die ÖAW-Einrichtungen auf vielfältige Weise wiederfinden können: Sie reichen von der Werkstoffforschung über die Raumfahrtechnik bis zur Biotechnologie; und auch gesellschaftlich brennende Fragen der Zukunft wie die alternde Gesellschaft oder nachhaltige Energieerzeugung und -nutzung, sollen mit Horizon 2020 angegangen werden. "Die ÖAW wird sich in Horizon 2020 in allen drei Säulen, wobei gerade deren erste mit ERC Grants und Marie Curie Actions thematisch vollkommen offen ist sehr gut positionieren können", ist Bapuly überzeugt.
Kontakt:
Bedanna Bapuly
Forschungsservice und Internationale Beziehungen
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Postgasse 7-9, 1010 Wien
T +43 1 51581-3258
bedanna.bapuly@oeaw.ac.at
Mai 2012

