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Schrödinger Lectures 2001/2002
Eine Vortragsreihe der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
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Die Physik hat durch ihre fundamentalen Fragestellungen immer schon Antwort darauf gesucht, was nach Goethe "die Welt im Innersten zusammenhält". Dies hat nicht nur zu einem tieferen Verständnis geführt, sondern es wurden dabei immer wieder Grundlagen für neue Technologien gelegt, die uns heute so selbstverständlich sind, dass wir oft nicht mehr an deren physikalischen Ursprung denken: etwa beim Radio, Fernsehen oder bei manchen Verfahren der modernen Medizin. Konkretes Beispiel: Die berühmte Gleichung des Österreichers
Erwin Schrödinger
(Nobelpreisträger 1933) hat nicht nur durch das Wellenbild eine neue Anschauung elementarer Phänomene geliefert, sie ist auch die Grundlage für ein Verständnis etwa der Chemie oder der Halbleiterbauelemente, ohne die Computer oder die moderne Telekommunikation nicht denkbar wären.
Die
Schrödinger Lectures
greifen aktuelle Forschungsbereiche der Physik auf. International renommierte Expert/inn/en werden Beispiele aus dem breiten Spektrum der physikalischen Forschung der Öffentlichkeit näherbringen. Dies reicht von einem Überblick über die Geschichte des Universums bis zu neuen Erkenntnissen der Strahlentherapie in der Medizin.
Veranstaltet wird die Vortragsreihe von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit der
Industriellenvereinigung Wien
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Junior Academy
Im Zusammenhang mit der Vortragsserie organisiert der
Stadtschulrat für Wien
Diskussionsveranstaltungen für Schüler/innen, um der Jugend die Möglichkeit zu Kontakten mit führenden internationalen Forscher/innen zu geben. Diese Veranstaltungen unter dem Titel "Junior Academy" finden jeweils an den Tagen nach den Vorträgen statt und dienen der Vertiefung und kritischen Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen.
(Information: Stadtschulrat für Wien, Frau Monika Brandl, Tel.: (+43 1) 52525-77217)
Ort der Veranstaltung:
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Festsaal, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Zeit:
Die Vorträge finden jeweils am Mittwoch um 18.15 Uhr statt.
Freier Eintritt.
Programm der Vortragsreihe als PFD-Dokument
Kurzfassungen der Vorträge als PDF-Dokument
Informationen:
Dr. Marianne Baumgart, Öffentlichkeitsarbeit, ÖAW
Tel.: (+43 1) 51581/1219, Fax: (+43 1) 51581/1275, E-Mail:
Marianne.Baumgart@oeaw.ac.at
PROGRAMM
Mittwoch, 17. Oktober 2001, 18.15 Uhr
Bilder aus dem jungen Universum
Gustav Tammann
, Universität Basel
Seit dem Urknall vor 15 Milliarden Jahren hat das Universum eine dramatische Entwicklung durchgemacht. Licht aus den Tiefen des Raums, das Milliarden von Jahren unterwegs war, bringt uns heute noch Bilder aus der Jugendzeit des Universums. Die komplexe Lebensgeschichte des Universums bis zu den ersten Sekundenbruchteilen kann so zunehmend entschlüsselt werden, aber die Singularität im Urknall selbst wird hypothetisch bleiben.
Moderation:
Michel Breger, Universität Wien
Mittwoch, 28. November 2001, 18.15 Uhr
Die Geschichte der chemischen Elemente
Claus Rolfs
, Ruhr-Universität Bochum
Der Mensch ist mit dem fernen Raum und der fernen Zeit nicht nur durch seine Phantasie verbunden, sondern auch durch die chemischen Elemente, aus denen unsere Umgebung und unser Körper bestehen. Diese Elemente wurden über nukleare Brennprozesse im heißen Zentrum von entfernten und längst erloschenen Sternen innerhalb vieler Milliarden Jahre erzeugt. Durch das Aufsammeln der Asche seiner stellaren Ahnen lieferte der Planet Erde schließlich die Bedingungen, die Leben möglich machten. Unser Körper enthält daher Materie, die einmal den enormen Temperaturen und Drücken im Zentrum eines Sterns ausgesetzt war. Das ist der Ursprung des Eisens in unseren Blutzellen, des Stickstoffs und Sauerstoffs in der Luft, des Kohlenstoffs in unserem Gewebe und des Kalziums in unseren Knochen. In gewisser Weise war daher jeder von uns innerhalb eines Sterns und besteht buchstäblich aus Sternenstaub.
Moderation:
Heinz Oberhummer, TU Wien
Mittwoch, 9. Jänner 2002, 18.15 Uhr
Neues und Aufregendes aus der Teilchenphysik
Cecilia Jarlskog
, CERN (Genf)
Zwei verschiedene experimentelle Ergebnisse haben in der letzten Zeit in der Teilchenphysik für große Aufregung gesorgt. Das eine Resultat betrifft das Verhalten der Neutrinos. Während man bisher angenommen hatte, dass diese stabil sind, scheint es jetzt so auszusehen, dass sie ihren Charakter verändern, indem verschiedene Neutrinoarten ineinander oszillieren können. Das zweite Resultat betrifft kürzliche Beobachtungen einer Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie. Entgegen früheren Erwartungen scheinen sich also Materie und Antimaterie verschieden zu verhalten. Im Vortrag wird eine einfache Beschreibung dieser Beobachtungen und ihrer Interpretation gegeben.
Moderation:
Anton Zeilinger, Universität Wien, ÖAW
Mittwoch, 20. Februar 2002, 18.15 Uhr
Biologically Optimized Intensity Modulated Radiation Therapy Using Modern Radiation Qualities
Anders Brahme
, Karolinska Institut (Stockholm)
During the last 30 years radiation therapy has developed from classical rectangular beams via conformation therapy with largely uniform dose delivery but irregular field shapes to fully intensity modulated dose delivery, which gives the possibility for truly optimized radiation therapy. Today it is not only possible to produce almost any dose distributions in the tumor volume, it is also possible to deliver the dose distribution with high probability of cure by avoiding severe complications in normal tissue. We will discuss radiobiological objective functions and associated advantages in treatment outcome using e. g. considerations of stochastic positioning, fractionation schedule optimization with intensity-modulated beams from electrons, photons, protons and ions. Once accurate genetically and/or cell survival based predictive assays become available, radiation therapy will allow individual optimization considering side effects.
Moderation:
Hannes Aiginger, TU Wien
Mittwoch, 20. März 2002, 18.15 Uhr
Abrupte Klimawechsel
Stefan Rahmstorf
, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Daten aus dem Grönlandeis zeigen, dass während der letzten Eiszeit mehrmals plötzliche und dramatische Klimawechsel (innerhalb von zirka 10 Jahren) aufgetreten sind, die sogenannten Dansgaard-Oeschger-Ereignisse. Da es keine Hinweise auf einen starken abrupten Auslöser für diese Ereignisse gibt, spricht alles für eine stark nicht-lineare Reaktion des Klimasystems auf einen graduellen oder schwachen Antrieb. Der Vortrag stellt jüngste Erkenntnisse zu den Ursachen und Mechanismen vergangener abrupter Klimawechsel vor, wobei Instabilitäten der Atlantikströmungen eine zentrale Rolle spielen. Er diskutiert vor diesem Hintergrund die Gefahren eines künftigen Klimawandels.
Moderation:
Othmar Preining, ÖAW
Mittwoch, 5. Juni 2002, 18.15 Uhr
PROGRAMMÄNDERUNG
Experimente mit Materiewellen - Quantenmechanik nahe dem absoluten Nullpunkt
Theodor Hänsch
, Max-Planck-Institut für Quantenoptik, Garching, und und Sektion Physik, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Durch die Bose-Einstein-Kondensation ultrakalter atomarer Gase lässt sich ein neuer wellenartiger Zustand der Materie realisieren, in dem die Atome als Teilchen ebensowenig in Erscheinung treten wie die Photonen in einer klassischen elektromagnetischen Lichtwelle.
Inzwischen perfektionieren mehrere Labors atomoptische Elemente wie Spiegel oder Strahteiler für solche Materiewellen.
Besonders vielversprechend sind mikroskopische magnetische Fallen, Strahlteiler oder Wellenleiter auf einem mikrofabrizierten "Atom-Chip".
Solche integrierten atomoptischen Systeme könnten in Zukunft als Atominterferometer, Atommikroskope oder gar als Quantencomputer praktische Anwendungen finden.
Jüngste Experimente mit Bose-Einstein-Kondensaten in einem Gitter optischer Mikrofallen zeigen ein verblüffendes Wechselspiel zwischen der Wellen- und Teilchennatur der Materie.
Moderation:
Anton Zeilinger, Universität Wien, ÖAW
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