19.04.2013
Neues ÖAW-Präsidium gewählt
Michael Alram, Brigitte Mazohl und Georg Brasseur vervollständigen das Team um Anton Zeilinger
Das neue Präsidium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist komplett: Am 19. April 2013 wurde das Team um den neugewählten Präsidenten, den Quantenphysiker Anton Zeilinger, bestellt. Zum Vizepräsidenten wählte die ÖAW den Numismatiker Michael Alram, zur Präsidentin der philosophisch-historischen Klasse die Historikerin Brigitte Mazohl und zum Klassenpräsidenten der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse den Techniker Georg Brasseur.
Die vierjährige Amtsperiode des neuen Präsidiums beginnt am 1. Juli 2013.
Michael Alram
Der gebürtige Wiener Michael Alram (Jahrgang 1956) begann seine wissenschaftliche Laufbahn nach dem Studium der Klassischen Archäologie, Antiken Numismatik und Alten Geschichte an der Universität Wien an der Numismatischen Kommission der ÖAW. 1987 erfolgte die Habilitation an der Universität Wien und der Wechsel als Kustos an das Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums in Wien, wo er seine Forschungstätigkeit auf die mittelalterliche Münz- und Geldgeschichte Österreichs sowie die Münz- und Geldgeschichte des Antiken Orients konzentrierte.
Ab 1997 leitete Alram als Obmann die Numismatische Kommission der ÖAW, seit 2008 ist er Direktor des Münzkabinetts des Kunsthistorischen Museums. 1996 war er für die Organisation und wissenschaftliche Leitung der Ausstellung „Weihrauch und Seide – Alte Kulturen an der Seidenstraße“ am Kunsthistorischen Museum in Wien, 2000 für die Organisation und wissenschaftliche Leitung der Ausstellung „7000 Jahre persische Kunst – Meisterwerke aus dem iranischen Nationalmuseum in Teheran“ verantwortlich.
Seit 1996 ist er korrespondierendes und seit 2003 wirkliches Mitglied der ÖAW. Als Vizepräsident folgt er dem Osteuropahistoriker Arnold Suppan nach, der dem Präsidium seit 2009 angehört.
Brigitte Mazohl
Die gebürtige Südtirolerin Brigitte Mazohl (Jahrgang 1947) studierte Geschichte, Publizistik und Rechtswissenschaften in Salzburg und Wien. Nach Forschungsaufenthalten in Deutschland und Italien lehrte sie ab 1986 als Universitätsdozentin für Neuere Geschichte an der Universität Salzburg. 1993 wurde sie als ordentliche Universitätsprofessorin für österreichische Geschichte an die Universität Innsbruck berufen, wo sie seither tätig ist und auch in der universitären Verwaltung zahlreiche Funktionen innehatte. Seit 2004 ist sie Innsbrucker Sprecherin des Internationalen Graduiertenkollegs „Politische Kommunikation von der Antike bis zur Gegenwart" und Leiterin der interdisziplinären Forschungsplattform „Politik.Religion.Kunst. Plattform für Konflikt- und Kommunikationsforschung".
Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Rahmen der österreichischen, deutschen und italienischen Geschichte der Neuzeit, insbesondere in der Zeit zwischen dem 18. Jahrhundert und dem Ersten Weltkrieg. Sie betreffen vor allem die Bereiche politische Ideengeschichte, Bildungs- und Kommunikationsgeschichte, Geschichte der Geschichtswissenschaft sowie Genderforschung. Seit 1996 arbeitete sie in der Historischen Kommission und der Kommission für die Geschichte der Habsburgermonarchie der ÖAW mit.
2004 wurde Brigitte Mazohl zum korrespondierenden, 2008 zum wirklichen Mitglied der ÖAW gewählt. Seit 2011 ist sie Mitglied im Akademierat der ÖAW. In der Funktion der Klassenpräsidentin der philosophisch-historischen Klasse folgt sie der Mykenologin Sigrid Jalkotzy-Deger nach, die dem Präsidium seit 2009 angehört.
Georg Brasseur
Georg Brasseur, geboren 1953 in Wien, studierte Industrielle Regelungs- und Steuerungstechnik an der TU Wien. Nach der Habilitation 1998 lehrte er zunächst an der TU Wien, 1999 wurde er zum Vorstand des Instituts für Elektrische Messtechnik und Messsignalverarbeitung an die TU Graz berufen. Von 2001–2008 leitete er das Christian Doppler-Laboratorium für Kraftfahrzeugmesstechnik.
Brasseur hat zahlreiche Entwicklungen auf dem Gebiet der industriellen Elektronik und Messtechnik erbracht, etwa die elektronische Dieselreglerentwicklung und die Entwicklung kapazitiver Drehwinkelsensoren sowie wesentliche Beiträge zur Industrialisierung der Hinterspritztechnik. Er ist Inhaber von 46 Patenten. Seine Forschungsinteressen liegen unter anderem in den Bereichen Sensortechnik, kapazitiver Messfühler, Energiespeicherung, alternativer Antriebe und nachhaltiger Mobilität.
2008 wurde er zum korrespondierenden, 2012 zum wirklichen Mitglied der ÖAW gewählt. Als Klassenpräsident der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse folgt er dem Mediziner Georg Stingl nach, der dem Präsidium der ÖAW seit 2003 angehört.


