14.03.2013
Gesunde Böden – Stabiles Klima?
Vortrag von Sophie Zechmeister-Boltenstern am 20. März 2013 in der ÖAW
Falsche Bewirtschaftung, Bodenversiegelung, Schadstoffe, Klimaerwärmung und Extremwetterereignisse bedrohen unsere Böden. Dabei kommt es zu Rückkopplungseffekten auf das Klima. Dass ein sorgsamer Umgang mit Bodenressourcen jedoch helfen kann, das Klima zu stabilisieren, thematisiert die Bodenmikrobiologin Sophie Zechmeister-Boltenstern von der Universität für Bodenkultur, Wien, in ihrem Vortrag im Rahmen der „Kerner von Marilaun Lectures“ am 20. März 2013, 18:15 Uhr, in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
Böden stellen riesige globale Kohlenstoffspeicher dar. Im Zuge des Humusaufbaus wird CO2 aus der Atmosphäre festgelegt. Umgekehrt können Bodenorganismen Treibhausgase, wie Lachgas und Methan freisetzen, wenn Böden beispielsweise überdüngt sind. Im Umgang mit den wertvollen Bodenressourcen im Hinblick auf Auswirkungen auf das Klima sind altes Wissen und neue Technologien gefragt.
Sophie Zechmeister-Boltenstern
Sophie Zechmeister-Boltenstern ist Universitätsprofessorin für Bodenkunde und Bodenmikrobiologie an der Universität für Bodenkultur Wien. Sie erforscht die Rolle von Bodenorganismen in biogeochemischen Kreisläufen - nicht zuletzt unter dem Einfluss des Klimawandels. Sophie Zechmeister-Boltenstern hat ihre wissenschaftliche Karriere nach dem Doktorat an der Universität Wien im Bereich der angewandten Bodenforschung mit dem Aufbau eines Forschungslabors und der Etablierung geeigneter Methoden begonnen. Eine wichtige Station auf ihrem wissenschaftlichen Weg war ein Forschungsaufenthalt am Soil Science Department SAC an der University of Edinburgh, U.K. Zurück in Österreich widmete sie sich vor allem dem Waldboden, speziell dem Stickstoffkreislauf und Spurengasemissionen. Sie habilitierte sich im Fach Bodenmikrobiologie und wurde 2011 an die Universität für Bodenkultur berufen.
Kerner von Marilaun Lectures
Brisante aktuelle Fragen, die den Menschen und seinen Einfluss auf die Umwelt und den Umgang mit den Ressourcen der Natur behandeln, stehen im Mittelpunkt der Vortragsreihe „Kerner von Marilaun Lectures 2012/2013“. Sie ist nach dem österreichischen Botaniker Anton Kerner von Marilaun (1831-1898) benannt. Er betrieb aktive Forschung auf dem Gebiet der Phytogeographie und gilt als einer der Mitbegründer der Pflanzensoziologie. Er galt zu seiner Zeit als Vordenker seines Faches indem er beispielsweise Korrelationen zwischen Klima und dem Vorkommen von Pflanzengruppen aufzeigte. Damit handelt es sich um Fragestellungen, die gerade heute in Zeiten des globalen Wandels höchst aktuell sind.
Den Abschluss der Vortragsreihe bildet am 3. April 2013 der Vortrag von Nebojsa Nakicenovic, TU Wien und IIASA, zum Thema „Transformation des Energiesystems in Richtung Effizienz und Dekarbonisierung“.
Die wissenschaftliche Leitung der Reihe liegt bei Gerhard Glatzel, ÖAW. Veranstalter ist die ÖAW gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Wien. Die Vorträge finden jeweils um 18:15 Uhr im Festsaal der ÖAW, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, statt. Der Eintritt ist frei.
Information:
Dr. Marianne Baumgart
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
1010 Wien
T +43-1-51581-1331
marianne.baumgart@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/pr

