Das Weltbild des Mittelalters: christlich oder vielschichtig?
Religiosität und Profanität im "christlichen Mittelalter"
Vom 10. bis 12. Oktober 2011 findet in Krems ein internationaler Kongress zum Thema "Die Welt und Gott - Gott und die Welt?" statt. Wissenschaftler(innen) aus Deutschland, Tschechien, Ungarn und Österreich setzen sich auf Einladung des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit (IMAREAL) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) mit dem Verhältnis von Religiosität und Profanität im "christlichen Mittelalter" auseinander.
Beim Kongress geht es um die kulturwissenschaftliche Sicht auf religiöse und profane Konzepte sowie um die alltägliche Praxis im Mittelalter. "Wie werden thematisieren, ob das damalige Weltbild wirklich so geschlossen christlich war, wie es aus der Distanz der Jahrhunderte aussieht. Denn es gibt Hinweise, dass das nicht so einheitlich der Fall war. Und wir werden auf Basis unterschiedlichster Quellen analysieren, wie weit religiöse Denk-, Deutungs- und Handlungsmuster in die soziale Praxis hineinreichten", fasst Helmut Hundsbichler, Wissenschaftler am IMAREAL und Organisator des Kongresses, zusammen.
Unterschiedlichste Quellen befragen
Anhand von Texten unterschiedlicher Gattungen, anhand von Bildern oder auch anhand vielsagender Randnotizen in berühmten biblischen Handschriften wird hinterfragt, ob das Christliche die mittelalterlichen Lebensbereiche tatsächlich fundamental durchdrungen hat. Es gibt zahlreiche Hinweise, dass dem nicht so war: Die biblische Autorität wurde beispielsweise durch profane Bildung oder durch die Symbolfigur des Narren in Frage gestellt. Auch in punkto Zeit und Zeitmessung ließen sich die Welt und Gott nicht immer zur Deckung bringen. Und den Menschen waren durchaus konkurrierende (soziale) Vorbilder präsent, wie beispielsweise der christliche Ritter beziehungsweise der muslimische Held. Im Sinne der interdisziplinären Ausrichtung des Instituts für Realienkunde werden diese Fragen vorrangig unter kulturwissenschaftlichen und realienkundlichen Aspekten in den unterschiedlichsten Quellengattungen betrachtet werden.
Weitere Informationen
Kontakt:
Dr. Helmut Hundsbichler
Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit
Zentrum Mittelalterforschung
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Körnermarkt 13, 3500 Krems
T +43 2732 84793-35
helmut.hundsbichler@oeaw.ac.at
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