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27. Oktober 2011: UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes

Audiovisuelles Erbe im interkulturellen Dialog:  Das Phonogrammarchiv der ÖAW



Ton- und Videoaufnahmen zählen zu den wesentlichen Primärquellen des 20. und 21. Jahrhunderts, wurden jedoch lange Zeit in ihrer Bedeutung als audiovisuelles Erbe der Menschheit verkannt. Die damit einhergehende Vernachlässigung führte bei den von Natur aus instabilen Trägermaterialien bereits zu unwiederbringlichen Verlusten. In den vergangenen Jahren konnten durch konzertierte Aktionen besonders gefährdete audiovisuelle Bestände buchstäblich in letzter Minute auch mit Hilfe des bereits 1899 gegründeten Phonogrammarchivs gerettet werden. Die hier aufgebaute Kompetenz in der Konservierung, Digitalisierung und Langzeiterhaltung von (historischen) Tonträgern ist weltweit gefragt und brachte dem Phonogrammarchiv 2007 den UNESCO/Jikji "Memory of the World"-Preis, die höchste internationale Auszeichnung auf diesem Gebiet.

Weitere unverzichtbare Aufgaben des Phonogrammarchivs sind das Dokumentieren und Kontextualisieren seiner Aufnahmen, die dadurch erst zu wissenschaftlich auswertbaren Quellen und wertvollem audiovisuellen Erbe werden. Hervorzuheben sind die historischen Bestände 1899-1950, repräsentieren sie doch oft die ältesten Aufnahmen ihrer Art und damit wertvolle Zeugnisse für Kulturen und Sprachen, die mittlerweile starke Veränderungen erfahren haben oder gänzlich verschwunden sind. Sie sind als Dokumente universaler Bedeutung in das UNESCO-Weltregister "Memory of the World" eingetragen und werden seit 1999 als kommentierte Gesamtausgabe auf CDs veröffentlicht.

Mit der technischen Entwicklung und dem damit einhergehenden rasanten Anwachsen der Sammlungen, die den "Spiegel österreichischer Forschung" im Bereich audiovisueller Dokumentationen darstellen, beherbergt das Phonogrammarchiv heute schon Tausende einzigartiger Aufnahmen bedrohter Sprachen und Musikkulturen oder spezieller Genres (z.B. Kunqu-Oper, Musik historischer Automaten) aus Vergangenheit und Gegenwart. Die multidisziplinäre und überregionale Ausrichtung verknüpft mit technischer Expertise zeichnet das Phonogrammarchiv bis heute aus und unterstreicht seinen international anerkannten Status als wissenschaftliches Archiv und Ort des kulturellen Gedächtnisses.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Phonogrammarchivs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sind sich ihrer großen Verantwortung bewusst, dieses audiovisuelle Erbe auch für zukünftige Generationen zu bewahren, zu erschließen und zugänglich zu machen.

Veranstaltungshinweis

Passend zum diesjährigen Motto der UNESCO "Audiovisuelles Erbe: sehen, hören und lernen" bietet das Phonogrammarchiv erstmals in Österreich die Gelegenheit, zwei komplett aufgeführte Kunqu-Opern zu erleben; die klassische chinesische Kunqu-Oper wurde 2001 von der UNESCO in die "Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit" aufgenommen.

Zeit: 23. und 24. November 2011, Beginn 19 Uhr
Ort: Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
Kontakt und Kartenreservierungen: Mag. Li Huang, Phonogrammarchiv der ÖAW, pha@oeaw.ac.at
Weitere Informationen


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1331, 1332, 1333, 1334
F +43 1 51581-1340
public.relations@oeaw.ac.at