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Bildung bremst den Kinderwunsch

Bevölkerungswissenschaftler/innen tagen an der ÖAW in Wien




Waren in früheren Jahrhunderten fünf oder mehr Kinder durchaus üblich, so sind es in den wirtschaftlich gut entwickelten Ländern heute meist zwei oder weniger. Bevölkerungswissenschaftler bezeichnen die Entwicklung dorthin als "Fertilitätstransition", die von verschiedenen Faktoren, darunter sehr entscheidend von der Schulbildung der Frauen, geprägt ist. Im Rahmen der internationalen Konferenz "Education and the Global Fertility Transition" vom 30. November bis 1. Dezember 2011 in Wien werden die verschiedenen Gründe der globalen Fertilitätstransition unter besonderer Berücksichtigung der Rolle des Humankapitals und insbesondere der Grundschulbildung von Frauen diskutiert. Veranstaltet wird die Tagung vom Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Kooperation mit IIASA.

Von "so viele mir Gott gibt" zur geplanten Kinderzahl: Heute ist die Zahl der Kinder in den wirtschaftlich gut entwickelten Ländern geplant. Diese Entwicklung, die so genannte "Fertilitätstransition" hat in Europa etwa 80 Jahre gedauert. Andere Länder durchlaufen diesen Prozess nun in sehr viel kürzerer Zeit. "Die Ursachen dafür sind vielfältig. Eine entscheidende Rolle für die globale Fertilitätstransition spielt jedoch die bessere Bildung von Frauen", betont Wolfgang Lutz, Direktor des ÖAW-Instituts für Demographie und Leiter des Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital.

Ziel der Konferenz ist es, die Gründe für die globale Fertilitätstransition herauszuarbeiten. Dabei geht es um einen Vergleich der Auswirkungen von Bildung und anderen potenziellen Einflüssen wie beispielsweise sinkender Kindersterblichkeit, höherem Einkommen und höherem Wohlstand oder dem Wandel gesellschaftlicher Normen. "Die gesamte Bandbreite der Fertilitätstransitionen - von der Begrenzung der Kinderzahl in historischen Populationen bis zum derzeitigen Fertilitätsrückgang in Entwicklungsländern und künftigen Fertilitätsmustern soll in empirischen und theoretischen Beiträgen aufgezeigt werden", so Vegard Skirbekk, Leiter des Age and Cohort Projects im World Population Program, IIASA.

Dazu zählen etwa unterschiedliche Zugänge zu Familienplanung und Verhütung in Abhängigkeit vom Bildungsgrad, die Auswirkung von Schulbildung und Empowerment der weiblichen Bevölkerung auf die Beziehung der Partner, gesellschaftlicher Normenwandel oder auch die Zusammenhänge zwischen Dauer des Bildungswegs von Frauen, deren Bildungsniveau, Arbeitsmarkt und Gebärverhalten.


International Conference
"Education and the Global Fertility Transition"
30. November - 1. Dezember 2011
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal
1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19

Weitere Informationen
Programm


Kontakt:
Prof. Wolfgang Lutz, Ph.D.
Gründungsdirektor, Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital (IIASA, VID, WU)
Leiter, World Population Program (IIASA)
Direktor, Institut für Demographie (VID), Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Professor für Angewandte Statistik und Direktor des Forschungsinstituts "Human Capital and Development" (WU Wien)
T +43 1 51581-7701



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