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Sefarad an der Donau

Internationale Konferenz über die Bedeutung der judenspanischen Sprache und Literatur der Wiener Sefarden



Vom 26. bis 29. Juni 2011 diskutieren über zwei Dutzend Linguisten, Hispanisten, Historiker und Judaisten aus den USA, Israel, Spanien, Frankreich, Serbien, der Schweiz, Deutschland und Österreich an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) im Rahmen einer internationalen Konferenz über die Bedeutung der judenspanischen Sprache und Literatur der Wiener Sefarden. Veranstalter sind das Institut für die Geschichte der deutschen Juden (Hamburg) und das Phonogrammarchiv der ÖAW.

Zur Geschichte der Wiener Sefarden

Anfang des 19. Jahrhunderts begann mit Hilfe von jüdischen Druckern und Korrektoren wie Georg Holzinger und Anton Schmid der hebräische und sefardische Buchdruck in Wien. Fünfzig Jahre später avancierte Wien zum Zentrum des judenspanischen Buchdrucks. Drucker, Verleger und Buchhändler wie Israel und Moritz Knöpflmacher, C. M. Hellmann und Joseph Schlesinger versorgten die jüdischen Gemeinden von Nordafrika bis Izmir mit religiösen Schriften, Romanen und Theaterstücken in deutscher, hebräischer, jüdisch-arabischer und judenspanischer Sprache. Journalisten und Verleger wie Josef Kalwo und Shem Tov Semo informierten die Wiener und die osmanischen Sefarden (Spaniolen) mit literarischen Texten und Nachrichten aus der jüdischen Welt.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Wien zur Wiege der sefardischen Philologie. Sefardische Studenten aus den Balkanländern kamen zum Studium nach Wien, gründeten hier ihre studentischen Clubs, nahmen aktiven Anteil an der Türkisch-Israelitischen Gemeinde und verfassten unter der Anleitung namhafter Romanisten an der Wiener Universität die ersten Doktorarbeiten über die Geschichte, Kultur und Sprache der Sefarden. Im Auftrag des Phonogrammarchivs und der Balkan-Kommission der ÖAW erforschten Romanisten wie Julius Subak, Max Leopold Wagner und Max A. Luria die judenspanischen Varietäten auf dem Balkan und in Konstantinopel. Julius Subak und Max A. Luria hinterließen zudem einzigartige Tonaufnahmen, die 2009 in der Reihe "Tondokumente aus dem Phonogrammarchiv" auf CD erschienen sind.


Termin:
Internationale Konferenz
"Sefarad an der Donau"
Zeit: 26. bis 29. Juni 2011
Ort: Sitzungssaal der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien und Phonogrammarchiv der ÖAW, Liebiggasse 5, 1010 Wien
Weitere Informationen
CD "Judeo-Spanish from the Balkans" im Verlag der ÖAW


Kontakt:
Mag. Christian Liebl
Phonogrammarchiv
Zentrum Sprachwissenschaften, Bild- und Tondokumentation
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Liebiggasse 5, 1010 Wien
T +43 1 4277-29614
christian.liebl@oeaw.ac.at
www.pha.oeaw.ac.at


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
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