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15-jähriges Jubiläum des Forschungsprojekts "High-Arctic"

Arktis-Expedition startet am 25. Juli 2011




Am 25. Juli 2011 startet das Team des österreichisch-kanadischen Forschungsprojekts "High-Arctic" seine 15. Arktisexpedition. Günter Köck (ÖAW und Universität Innsbruck) und seine Kollegen werden, wie schon in vorhergehenden Expeditionen, die Anreicherung von Schwermetallen und organischen Schadstoffen in arktischen Seen untersuchen.

Bild: Günter Köck und Derek Muir bei der Kontrolle der Fischnetze am Sapphire Lake (Devon Island, Nunavut), © High Arctic Team.

Das Projekt "High-Arctic", das sich seit 1997 von einem kleinen Forschungsauftrag des Wissenschaftsministeriums zu einem großen Kooperationsprojekt zwischen zahlreichen österreichischen und kanadischen Forschungseinrichtungen entwickelt hat, ist das am längsten durchgehend laufende heimische Arktisprojekt. "Langzeitstudien lassen sich heute immer schwieriger finanzieren, dabei sind sie gerade bei der Erforschung des globalen Wandels unverzichtbar", betont der Biologe Günter Köck dessen Bedeutung.

Zum Projekt

Im Rahmen des Projekts "High-Arctic" untersuchen die Forscher die Schadstoffbelastung der in den Seen der kanadischen Arktis beheimateten Seesaiblinge. "Diese Fische haben sich dabei zunehmend als zuverlässige Bioindikatoren für globale Klimaveränderungen herauskristallisiert", erklärt Köck. Durch die Klimaerwärmung werden die Seen immer wärmer, die Stoffwechselrate der Fische erhöht sich, Schwermetalle wie beispielsweise Cadmium reichern sich in den Körpern der Tiere an: "Die bisherigen Untersuchungen zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und Schwermetallbelastung. Je wärmer der Sommer, desto höher ist die Belastung", so der Forscher.

Das besondere Interesse der Forscher gilt dem Quecksilber. Das hochgiftige Schwermetall gelangt aus den Industriegebieten im Süden über die Atmosphäre in die Seen. Die Folgen sind fatal: In den Gewässern und umliegenden Feuchtgebieten wird das Metall aufgrund der Klimaerwärmung in steigendem Maß von Bakterien in das noch weitaus giftigere Methylquecksilber umgebaut, das sich sehr leicht in den Fischen anreichert. Über die Nahrungskette gelangt das Quecksilber in die Körper der Menschen und kann dort zu Schäden führen.

Bis Mitte August 2011 werden zwei Teams in zehn Seen in der Umgebung von Resolute Bay und in dem auf Ellesmere Island gelegenen zehntgrößten arktischen See der Welt, Lake Hazen, im äußersten Norden Kanadas Seesaiblinge, Wasser, Sedimente sowie Plankton untersuchen.

Messungen auch in Tirol

Die Ergebnisse aus der Arktis lassen sich aufgrund der Ähnlichkeit der Ökosysteme auf alpine Hochgebirgsseen übertragen. Vor vier Jahren sind die Forscher erstmals an den eigentlichen Ausgangspunkt des Projekts, nämlich Tiroler Hochgebirgsseen, zurückgekehrt, um die Schwermetallbelastung der dortigen Saiblingspopulationen zu untersuchen. Auch heuer werden sie im Anschluss an die Arktis-Expedition Messungen in den Tiroler Hochgebirgsseen durchführen. "Wir wollen herausfinden, wie sich das Auftauen des Permafrost auf die Metallbelastung von Gewässern auswirkt", sagt Köck.

Das Projekt "High Arctic" ist über das "Global Change-Programm" der ÖAW in das internationale "Geosphere Biosphere Programm" eingebunden. In Kanada wird es vom Polar Continental Shelf Project, dem Northern Contaminants Program und Parks Canada unterstützt. Geleitet wird das Langzeitprojekt von Günter Köck und Derek Muir (Environment Canada, Burlington).


Bilder zum Download:
(© High Arctic Team)
Günter Köck mit einer aus 267 Metern Tiefe geholten Sedimentprobe des zehntgrößten arktischen Sees der Welt, Lake Hazen
Ellesmere Island, Nunavut
Günter Köck bei der Entnahme von Wasserproben am Lake Hazen
Ellesmere Island, Nunavut
Günter Köck und Derek Muir bei der Kontrolle der Fischnetze am Sapphire Lake
Devon Island, Nunavut
Günter Köck und die einheimische Inuit-Assistentin Debbie Iqaluk mit einem frisch gefangenen Seesaibling am Char Lake
Cornwallis Island, Nunavut


Kontakt:
Dr. Günter Köck
Nationale und internationale Forschungsprogramme
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1271
M +43 664-2053444
guenter.koeck@oeaw.ac.at


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
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F +43 1 51581-1227
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