Minieiweiße als Alleskönner
Auer von Welsbach Lecture am 12. Jänner 2011
Süßstoff, Hormone, Schlangengifte, Antifaltenwirkstoffe - all diese Eigenschaften und noch viele mehr werden von unterschiedlichen Minieiweißen erfüllt. Minieiweiße, im Fachjargon Peptide, sind in unserem Alltag allgegenwärtig und wie ihre größeren Verwandten, die Proteine, aus Aminosäuren aufgebaut. Am 12. Jänner 2011 legt Helma Wennemers von der Universität Basel im Rahmen der Carl Auer von Welsbach Lectures der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) dar, wieso Minieiweiße solche Alleskönner sind. Zudem wird die Forscherin zeigen, wie Peptide mit bisher unbekannten Funktionen, z. B. Katalysatoren ("Minienzyme") und Stoffen zur Herstellung von Nanopartikeln, entwickelt werden können.
Helma Wennemers
Helma Wennemers, geboren in Offenbach/Main, studierte Chemie an der Johann Wolfgang von Goethe Universität in Frankfurt und kam nach Forschungsaufenthalten in Amerika und Japan 1999 an die Universität Basel. Dort übernahm sie die neu eingerichtete Assistenzprofessur für Peptidchemie. 2003 erfolgte die Beförderung zur Extraordinaria. Die von ihr aufgebaute Forschungsgruppe verfolgt innovative und zukunftsweisende Projekte an der Nahtstelle von Chemie und Biologie. 2010 wurde sie mit dem Leonidas Zervas Award ausgezeichnet, einem der bedeutendsten Preise auf dem Gebiet der Peptidforschung.
Auer von Welsbach Lectures
Der Vortrag von Helma Wennemers unter dem Titel "Minieiweiße - Alleskönner? Von Süßstoff, Katalysatoren und Nanopartikeln" ist das der zweite Vortrag der Auer von Welsbach Lectures 2010/2011. Die ÖAW widmet diese Serie aus Anlass des "Jahres der Chemie 2011" dem berühmten Chemiker Carl Auer von Welsbach. Die Vortragsreihe informiert über aktuelle Forschungsthemen der Chemie. Die Vortragenden sind renommierte Vertreter(innen) ihres Fachs, die der Bedeutung der Chemie in ihren unterschiedlichen Anwendungsaspekten von Nano- oder Energietechnologie bis zu Industrie oder Umweltschutz nachgehen. Die Vorträge finden im Festsaal der ÖAW, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, statt. Der Eintritt ist frei.
Vielfältige Themen aus der Chemieforschung
Am 15. März 2011 thematisiert Klaus Müllen, Max-Planck-Institut für Polymerforschung, Mainz, in seinem Vortrag "Keine Energietechnologie ohne neue Materialien" die enge Verknüpfung von Energie- und Materialsynthese. Am 29. März 2011 beleuchtet Günter Schmid von der Universität Essen-Duisburg die Chancen und Risiken der Nanotechnologie. Am 12. April 2011 widmet sich Nobelpreisträger Gerhard Ertl vom Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin, chemischen Reaktionen an der Oberfläche. Diese sind unter anderem für die so genannte heterogene Katalyse verantwortlich, die die Grundlage für die chemische Industrie, aber auch von Prozessen für den Umweltschutz (zum Beispiel Auto-Abgas-Katalysator) darstellt. Am 24. Mai 2011 findet der letzte Vortrag der Reihe statt: Wittko Francke, Universität Hamburg stellt in seinem Vortrag "Chemische Kommunikation: Strukturprinzipien und ökologische Bedeutung" anhand ausgewählter Beispiele chemische Signalstoffe vor, die unterschiedliche Organismen nutzen.
Angebote für Schülerinnen und Schüler
Die Vortragsreihe wird von der ÖAW gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Wien veranstaltet. Die langjährige Kooperation mit dem Stadtschulrat für Wien wird auch 2010/2011 fortgesetzt: Im Zuge der "Junior Academy" werden die Forscher(innen) am Tag nach ihren Vorträgen mit Schülerinnen und Schülern über ihre Forschung diskutieren. Die Schüler(innen) haben so die Möglichkeit, in Kontakt mit der internationalen Forschungselite zu treten und ihre Arbeit aus erster Hand kennen zu lernen. Am 13. Jänner 2011 findet die Junior Academy im Gymnasium Wien 8, Feldgasse 6-8, statt.
Im Rahmen einer Kooperation der ÖAW mit der NÖ Bildungsgesellschaft m.b.H. für Fachhochschul- und Universitätswesen wird Schüler(inne)n aus Niederösterreich die Möglichkeit geboten an den Vorträgen in der ÖAW teilzunehmen.
Termin:
Helma Wennemers
Minieiweiße - Alleskönner? Von Süßstoff, Katalysatoren und Nanopartikeln
Mittwoch, 12. Jänner 2011, 18:15 Uhr
Festsaal der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen zum Vortrag
Das Gesamtprogramm der Carl Auer von Welsbach Lectures 2010/2011
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