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05.04.2011

Reaktionen an Oberflächen: Vom Atomaren zum Komplexen

Nobelpreisträger Gerhard Ertl am 12. April 2011 in der ÖAW



Chemische Reaktionen an den Oberflächen von Festkörpern sind unter anderem für die heterogene Katalyse verantwortlich, die die Grundlage für die chemische Industrie, aber auch von Prozessen für den Umweltschutz, beispielsweise den Auto-Abgas-Katalysator, darstellt. Moderne physikalische Methoden erlauben die Aufklärung bis ins atomare Detail. Unter bestimmten Bedingungen kann es dabei auch zur Ausbildung dynamischer Strukturen kommen, die als Modelle für zahlreiche ähnliche Phänomene der Selbstorganisation in der Natur dienen können.

Diesem Themenkomplex widmet sich Gerhard Ertl, Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin, Nobelpreisträger für Chemie 2007, in seinem Vortrag "Reaktionen an Oberflächen: Vom Atomaren zum Komplexen" im Rahmen der Carl Auer von Welsbach Lectures 2010/2011 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Gerhard Ertl

Gerhard Ertl studierte in seiner Heimatstadt Stuttgart Physik. Nach Promotion und Habilitation in München folgte er 1968 einem Ruf an die Universität Hannover, wo er Leiter des Instituts für Physikalische Chemie und Elektrochemie wurde. 1973 kehrte er als Leiter des Instituts für Physikalische Chemie der Ludwig-Maximilians-Universität nach München zurück. Nach mehreren Gastprofessuren in den USA leitete er ab 1986 bis zu seiner Emeritierung 2004 als Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin das Institut für Physikalische Chemie. Als Physiker und Oberflächenchemiker hat er die Entwicklung des Gebietes der Oberflächenchemie maßgeblich beeinflusst. Im Jahr 2007 wurde ihm der Nobelpreis für Chemie zuerkannt. Damit wurden seine Arbeiten zu elementaren Prozessen bei chemischen Reaktionen an Oberflächen fester Stoffe gewürdigt. Diese Forschungen bilden die Grundlagen der modernen heterogenen Katalyse.

Carl Auer von Welsbach Lectures

Der Vortrag von Gerhard Ertl der fünfte Vortrag der Carl Auer von Welsbach Lectures 2010/2011. Die ÖAW widmet diese Serie aus Anlass des "Jahres der Chemie 2011" dem berühmten Chemiker Carl Auer von Welsbach. Die Vortragsreihe informiert über aktuelle Forschungsthemen der Chemie. Die Vortragenden sind renommierte Vertreter(innen) ihres Fachs, die der Bedeutung der Chemie in ihren unterschiedlichen Anwendungsaspekten von Nano- oder Energietechnologie bis zu Industrie oder Umweltschutz nachgehen. Der letzte Vortrag der Reihe findet am 24. Mai 2011 statt. Wittko Francke, Universität Hamburg, stellt in seinem Vortrag "Chemische Kommunikation: Strukturprinzipien und ökologische Bedeutung" anhand ausgewählter Beispiele chemische Signalstoffe vor, die unterschiedliche Organismen nutzen.

Angebote für Schülerinnen und Schüler

Die Vortragsreihe wird von der ÖAW gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Wien veranstaltet. Im Zuge der vom Stadtschulrat für Wien organisierten "Junior Academy" besuchen die Forscherinnen und Forscher am Tag nach ihren Vorträgen Wiener Schulen. Das ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, internationale Spitzenforscher(innen) persönlich kennen zu lernen und aus erster Hand über ihre Forschungsarbeit zu erfahren. Gerhard Ertl wird am 30. März 2011 das GRg 3, Kundmanngasse 20-22 im 3. Wiener Gemeindebezirk besuchen.

Im Rahmen einer Kooperation der ÖAW mit der NÖ Bildungsgesellschaft m.b.H. für Fachhochschul- und Universitätswesen wird Schüler(inne)n aus Niederösterreich die Möglichkeit geboten an den Vorträgen in der ÖAW teilzunehmen.


Termin:
Gerhard Ertl
Reaktionen an Oberflächen: Vom Atomaren zum Komplexen
Dienstag, 12. April 2011, 18:15 Uhr
Festsaal der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Der Eintritt ist frei.


Weitere Informationen zum Vortrag
Das Gesamtprogramm der Carl Auer von Welsbach Lectures 2010/2011
Folder [PDF]
Plakat [PDF]


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