Internationaler Kongress zur antiken Wandmalerei in Ephesos
13. bis 17. September 2010
Die Internationale Gesellschaft zur Erforschung antiker Wandmalerei (AIPMA) trifft sich vom 13. bis 17. September 2010 in Ephesos (Türkei), Österreichs größter Auslandsgrabung. 130 Teilnehmer aus mehr als 20 Ländern werden unter dem Motto "Antike Malerei zwischen Zeitstil und Lokalstil?" neueste Forschungsergebnisse diskutieren.
Ephesos, ehemals Hauptstadt der römischen Provinz Asia und heute eine der größten Ausgrabungen weltweit, wird seit über 110 Jahren von österreichischen Archäologinnen und Archäologen erforscht. In keiner anderen Stadt Kleinasiens haben sich so viele und bedeutende antike Malereien erhalten, und hier finden sich auch die berühmten "Hanghäuser" - mehrgeschossige römische Wohnbauten in ehemals bester Zentrumslage. Besonders das "Hanghaus 2", das aus sieben großen Wohnungen, sogenannten Peristylhäusern, besteht, beherbergt qualitätsvolle Wandmalereien. In bis zu sieben Schichten übereinander haben sich die farbenprächtigen Ausstattungen erhalten: Szenen der antiken Mythologie, Darstellungen von Philosophen, Musen oder auch Tieren, Bilder von Göttern und Alltagsszenen machen den modernen Betrachter mit der antiken Bilderwelt vertraut und gestatten einen direkten Blick in die Lebenswelt der damaligen Bewohner. In einzelnen Darstellungen lässt sich darüber hinaus die besondere Situation der Stadt erkennen: Als Metropolis war sie zwar Zentrum der Provinz Asia, für die sie Vorbildfunktion hatte, zugleich stand Ephesos als Provinzstadt aber auch unter dem Einfluss und im Austausch mit Rom, dem Zentrum des Reiches. So spiegeln die ephesischen Wandmalereien lokale Traditionen des griechischen Ostens wie auch römischen Einfluss.
Die zwischen 1963 und 1985 freigelegten Hanghäuser wurden am Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr. verschüttet und überdauerten ungestört die Zeit - ein Glücksfall für die archäologische Forschung. Seit der Eröffnung des modernen Schutzbaus vor wenigen Jahren ist das "Hanghaus 2" allgemein zugänglich. Anlass genug für die internationalen Spezialisten der Wandmalerei, sich - nach Pompeji - für ihr 11. Internationales Kolloquium in Ephesos einzufinden und erstmals in der Türkei zu tagen.
Der Kongress wird auf Einladung der Grabung Ephesos vom Österreichischen Archäologischen Institut (ÖAI) und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Institut für Kulturgeschichte der Antike, gemeinsam mit der Association Internationale pour la Peinture Murale Antique (AIPMA) und mithilfe österreichischer und türkischer Sponsoren (Gesellschaft der Freunde von Ephesos, Ephesus Foundation, Konzern Enerji und Stadtgemeinde Selçuk) veranstaltet. Aus Anlass der Tagung ist die Publikation "Norbert Zimmermann - Sabine Ladstätter, Wandmalerei in Ephesos von hellenistischer bis in byzantinische Zeit (Phoibos Verlag, Wien 2010)" erschienen: Die Grabungsleiterin von Ephesos und der mit dem START-Preis ausgezeichnete Spezialist für antike Wandmalereien stellen hier die ephesische Wandmalerei in einem größeren Kontext mit der Stadt- und Forschungsgeschichte von Ephesos vor.
Weitere Informationen
Kontakt:
Mag. Dr. Norbert Zimmermann
Institut für Kulturgeschichte der Antike
Zentrum Archäologie und Altertumswissenschaften
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Bäckerstraße 13, 1010 Wien
T +43 1 51581-3487
F +43 1 51581-3489
norbert.zimmermann@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/antike
Dir. Priv.-Doz. Mag. Dr. Sabine Ladstätter
Österreichisches Archäologisches Institut
Franz Klein-Gasse 1, 1190 Wien
T +43 1 4277271-01
F +43 1 4277-9271
sabine.ladstaetter@oeai.at
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Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
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F +43 1 51581-1227
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