"7th Science Working Team Meeting" der ESA/JAXA-Mission BepiColombo
Internationale Merkur-Experten tagen in den südsteirischen Weinbergen
Das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) veranstaltet zusammen mit der europäischen Weltraumagentur ESA vom 13. bis 15. September 2010 das "7th Science Working Team Meeting" der ESA/JAXA-Mission BepiColombo zum Planeten Merkur im Schloss Seggau bei Leibnitz.
Rund 90 TeilnehmerInnen aus 15 Nationen und 3 Kontinenten werden den aktuellen Status der BepiColombo-Mission in den Mittelpunkt ihrer Diskussionen stellen und in zahlreichen Vorträgen und Diskussionen vor allem den Entwicklungsstand im Instrumentenbau, die Daten für die Vorbeiflüge an Erde und Venus und die Pläne für die Abläufe während der Umkreisung des Merkur näher erörtern. "Wir befinden uns derzeit in der 'heißen Phase' des Instrumentenbaus. Die Geräte werden dabei zahlreichen Tests unterzogen, um ihre Weltraumtauglichkeit zu überprüfen", erklärt IWF-Direktor Wolfgang Baumjohann.
Die Satellitenmission BepiColombo, die 2014 zum sonnennächsten Planeten Merkur starten wird, ist ein europäisch-japanische Satellitenprojekt, an dem sowohl die Europäische Weltraumbehörde (ESA) als auch die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) beteiligt sind. Zwei Weltraumsonden werden gleichzeitig zu diesem Planeten fliegen: Der europäische Mercury Planetary Orbiter MPO wird die Oberfläche, das Innere und die Exosphäre des Planeten untersuchen, während der japanische Mercury Magnetospheric Orbiter MMO die Magnetosphäre unter die Lupe nehmen wird. Eine besondere Herausforderung stellen die Nähe zur Sonne und die damit verbundenen hohen Temperaturen dar.
Im Rahmen des europäisch-japanischen MERMAG-Konsortiums ist das IWF an den Magnetometern auf beiden Raumsonden beteiligt. Bei dem Magnetometer auf dem japanischen Orbiter hat das IWF die Federführung. Im Mittelpunkt der Untersuchungen werden das von der amerikanischen Mariner-Sonde überraschend entdeckte planetare Magnetfeld und dessen dynamische Wechselwirkung mit dem dort noch sehr jungen und starken Sonnenwind stehen. An Bord des MPO ist das IWF an einer Ionenkamera federführend beteiligt.
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