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NÖ-Innovationspreis an Institut für Integrierte Sensorsysteme

ÖAW-Institut gemeinsam mit AIT Austrian Institute of  Technology ausgezeichnet



Für die Kombination zweier spezieller Messverfahren, die den Energiebedarf drastisch senken und extrem empfindlich sind, erhielt das Institut für Integrierte Sensorsysteme (IISS) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) den "Karl Ritter von Ghega"-Preis des Landes Niederösterreich. Das ÖAW-Institut wurde gemeinsam mit dem AIT Austrian Institute of Technology in der Kategorie "Innovationen von Forschungseinrichtungen" geehrt.

Strömungssensor des IISS ausgezeichnet

Verfahren zur Messung von Strömungen in Gasen oder Flüssigkeiten verwenden oft thermische Prinzipien, weil die Sensoren dadurch ohne bewegte Teile auskommen und kostengünstig werden. Dabei kann entweder eine Temperaturdifferenz ausgewertet werden, die durch die Strömung um eine Wärmequelle entsteht (kalorimetrische Strömungsmessung), oder die durch die Strömung verursachte Abkühlung der Wärmequelle selbst. Nachteilig an diesen Verfahren ist in jedem Fall, dass relativ viel Energie zum Heizen benötigt wird. Die nun preisgekrönte Innovation verbindet erstmalig beide Verfahren auf elegante Weise, die die zugeführte Energie optimal nutzt.

"Für die Messung von Luftströmungen kann der Energiebedarf damit um mehr als eine Größenordnung auf weniger als 500 Mikrowatt gesenkt werden. Dies ermöglicht die batteriebetriebene Messung und Aufzeichnung von Luftgeschwindigkeiten über lange Zeiträume, etwa in kleinen Klima-Messstationen", betont der Direktor des IISS, Thilo Sauter.

Der Sensor verwendet vier eng benachbarte Temperaturfühler, deren Temperatur sowohl durch gegenseitige Erwärmung als auch durch Eigenerwärmung bestimmt wird und die zu einer Messbrücke zusammengeschaltet sind. Der verwendete Sensoraufbau wird mikromechanisch auf der Basis von Silizium realisiert und ermöglicht zusammen mit den extrem temperaturempfindlichen Temperaturfühlern zudem auch exzellente Sensorkennwerte.

Neben dem extrem kleinen Energieverbrauch sind damit auch eine extrem große Empfindlichkeit von 0,01 m/s, ein sehr großer Messbereich bis über 100 m/s und eine sehr kurze Ansprechgeschwindigkeit von wenigen Millisekunden erreichbar.

Innovative Algorithmen optimieren die Blutdruckmessung

Das AIT erhielt den Preis für das Forschungsprojekt "ARCCore, ARCSolver - Innovative Algorithmen zur Diagnose & Therapie von Herz-Kreislauferkrankungen". Im Rahmen dieses vom Land NÖ unterstützten Forschungsprojekts entwickelte die Projektgruppe von Biomedical Systems gemeinsam mit der Österreichischen Hochdruckliga am Technopol Wr. Neustadt neue Technologien zur Pulswellenanalyse.

Dabei handelt es sich um eine innovative Form der Pulswellenkardiographie auf Basis der weit verbreiteten und etablierten Methode der oszillometrischen Blutdruckmessung. Unter Pulswellenkardiographie im Speziellen versteht man die Ableitung von Herz-Kreislauf Parametern aus Form und Dynamik der Pulswelle. Waren solche Parameter, beispielsweise das Schlagvolumen des Herzens, bisher nur invasiv und sehr aufwendig zu messen, ermöglicht die Pulswellenanalyse von AIT dies nun u.a. im Rahmen einer gewöhnlichen ambulanten Blutdruckmessung in nur 90 Sekunden.

Mit dem "Karl Ritter von Ghega"-Preis würdigt das Land Niederösterreich jedes Jahr seine kreativsten Unternehmen. Die Preise wurden am 17. November 2010 in St. Pölten überreicht. Insgesamt wurden Preise in vier Kategorien verliehen: Investitionsgüter und Prozessinnovationen, Konsumgüter und Produktinnovationen, Organisations- und Marketinginnovationen und Projekte von NÖ Forschungseinrichtungen.


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