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22.11.2010

Marie-Curie-Medaille an Anton Amann

Hohe Auszeichnung der Polnischen Chemischen Gesellschaft an den Direktor des ÖAW-Instituts für Atemgasanalytik




Anton Amann, Direktor des Instituts für Atemgasanalytik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), wird für seine international herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Atemgasanalytik mit der renommierten Marie-Curie-Medaille ausgezeichnet. Die Preisjury begründete ihre Entscheidung mit seinen weltweiten Bestrebungen, die Analytische Chemie in die Grundlagenforschung für eine umfassende medizinische Diagnostik geführt zu haben. Die Überreichung des Preises durch den Präsidenten der Polnischen Chemischen Gesellschaft, Boguslaw Buszewski, findet am 22. November 2010 in Innsbruck statt.

Der Nutzen des jungen Forschungsgebietes der Atemgasanalytik zeigt sich in der Messung flüchtiger Substanzen in der Atemluft. So wurden in den letzten zehn Jahren sehr innovative Methoden entwickelt, die etwa eine Früherkennung von bestimmten Krankheiten ermöglichen. Künftige Bemühungen zielen auf die Weiterentwicklung der klinisch-praktischen Anwendungsmöglichkeiten. Von der Analyse flüchtiger organischer Substanzen in der Atemluft von Patient(inn)en erwartet sich die Wissenschaft zielführende Möglichkeiten zur Früherkennung von Erkrankungen oder auch Unverträglichkeiten.

Besonders interessant sind Atemtests, bei denen isotopenmarkierte Tabletten verabreicht und deren Produkte im Atemgas nachgewiesen werden. Auf diesem Messprinzip basiert beispielsweise der berühmte Atemtest für den Nachweis von Mageninfektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori. An einem weiteren, damit verwandten Atemtest für die Bestimmung der Unverträglichkeit eines oft angewandten Chemotherapeutikums wird von Anton Amann und seiner Forschergruppe intensiv gearbeitet. Solche Atemtests können buchstäblich Leben retten.

Die Vision der Atemgasanalytik ist es, Atemtests etwa auch für Medikamentenunverträglichkeiten auf breiter Basis zu entwickeln. Dies ist eine wissenschaftliche Annäherung zu personalisierter Medizin. "In den kommenden zehn Jahren sollen dazu miniaturisierte analytische Geräte entwickelt werden, die nur etwa die Größe eines Mobiltelefons aufweisen und dennoch geringste Konzentrationen von diagnostisch interessanten Substanzen messen können", blickt Anton Amann in die Zukunft.

Anton Amann hat zusammen mit Marco Freek 2006 das Institut für Atemgasanalytik der ÖAW gegründet, ist Chairman der International Association for Breath Research und Chefredakteur des Journal of Breath Research. Heute erhält er für seine wissenschaftlichen Leistungen die Marie-Curie-Medaille, mit der seit 1983 in unregelmäßigen Abständen und in bislang sehr seltenen Fällen international herausragende Chemiker durch die Polnische Chemische Gesellschaft ausgezeichnet werden.

Der Preis erinnert an die gebürtige Polin Marie Curie. Er ist ein Andenken an die große Naturwissenschafterin, die als Entdeckerin des Radiums und einzige zweifache Nobelpreisträgerin Geschichte geschrieben hat.


Kontakt:
Institut für Atemgasanalytik
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Dammstraße 22, 6850 Dornbirn
www.oeaw.ac.at/aa

MMMag. Marco Freek
T +43 676 5577996
marco.freek@oeaw.ac.at

Univ.-Prof. Dr. Anton Amann
T +43 676 5608520


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