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CeMM-Forscher entdecken neue Mechanismen der angeborenen Immunität zur Abwehr von Viren

Publikation im "Journal of Experimental Medicine"



Die Forschungsgruppen von Giulio Superti-Furga und Sylvia Knapp des CeMM - Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW und der Medizinischen Universität Wien melden die Entdeckung eines neuen Mechanismus der Virenerkennung durch Immunzellen. Die Ergebnisse der Studie wurden am 22. November 2010 im "Journal of Experimental Medicine" publiziert. Demnach löst eine in den Immunzellen angesiedelte Untergruppe der sogenannten Toll-like-Rezeptoren Entzündungs-Alarm aus, sobald das Genom (DNA/RNA) von Krankheitserregern, meist Viren, erkannt wird.

Dem wissenschaftlichen Zugang der Proteomik folgend, konnten Baumann et al. das bereits bekannte und untersuchte Protein CD14 als wichtigen Mitspieler für die Sensorproteine identifizieren und zwei neue Rollen für CD14 beschreiben: Die Untersuchungen haben einerseits gezeigt, dass CD14 für die Aufnahme und nachfolgenden Erkennung von DNA in Immunzellen verantwortlich ist. Das könnte für das Verständnis systemischer Erkrankungen wie Lupus Erythematosus (SLE) von entscheidender Bedeutung sein: Durch von sterbenden Wirtszellen freigesetzte DNA wird ein Entzündungsprozess in Gang gesetzt, der diese Autoimmunerkrankung auslöst. Darüber hinaus erkannten die Wissenschaftler, dass CD14 auch als Ko- Faktor für die Aktivierung von Toll-like-Rezeptoren bei bestimmten Virusinfektionen erforderlich ist.

"Verbesserte Möglichkeiten, diese Rezeptoren zu stimulieren, können einen potentiellen Nutzen für die Immunisierungsprotokolle haben bzw. zur Verstärkung der anti-viralen Reaktionen bei Epidemien beitragen", sagt Giulio Superti-Furga, einer der beiden Projektleiter der Studie und Wissenschaftlicher Direktor des CeMM, "ich bin stolz auf diese Entdeckungen, die das CeMM als einen wichtigen Partner in diesem hochkompetitiven und medizinisch relevanten Feld etabliert."

Sylvia Knapp, Principal Investigator am CeMM und Professorin an der klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin der Universitätsklinik für Innere Medizin I, ebenfalls Projektleiterin der Studie ergänzt: "Es ist überaus erfreulich zu sehen, wie erfolgreich integrierte Forschung von Proteom-basierten Entdeckungen bis zu physiologischen Studien mit Pathogenen an Maus-Modellen sein kann. Das ist angewandte molekularmedizinische Forschung, die darauf ausgerichtet ist, Infektionskrankheiten wirksam zu bekämpfen. Ich bin davon überzeugt, dass diese Entdeckung von Bedeutung ist."

Die Forschungsgruppen des CeMM sind seit Kurzem erstmals im neu errichteten Gebäude am Campus der MedUni Wien und des AKH vereint.

Gemeinsam mit der Klinik für Innere Medizin 1, der Medizinischen Universität Wien, zeichnet CeMM für die drei meistzitieren wissenschaftlichen Publikationen in Österreich seit 2009 verantwortlich.

Das CeMM - Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW ist eine internationale, unabhängige und interdisziplinäre Forschungseinrichtung für molekulare Medizin. "Aus der Klinik für die Klinik" - orientiert sich das CeMM an den medizinischen Erfordernissen und integriert Grundlagenforschung sowie klinische Expertise, um innovative diagnostische und therapeutische Ansätze zu entwickeln. Die Forschungsschwerpunkte sind Krebs, Entzündungen und Immunstörungen.

Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Europas. Mit fast 7.500 Studierenden ist sie heute die größte medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit ihren 30 Universitätskliniken, zwölf medizintheoretischen Zentren und 30 hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich. Für die klinische Forschung stehen über 48.000 Quadratmeter Forschungsfläche zur Verfügung.


Presseaussendung Deutsch [PDF]
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