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Quecksilber belastet arktische Seen

Österreichisch-kanadische High-Arctic-Expedition 2010 startet



Am 23. Juli 2010 startet die diesjährige Arktis-Expedition im Rahmen der österreichisch-kanadischen Forschungskooperation "High-Arctic". Günter Köck (ÖAW und Universität Innsbruck) und seine Kollegen werden, wie schon in vorhergehenden Expeditionen, die Anreicherung von Schwermetallen und organischen Schadstoffen in arktischen Seen untersuchen.

Im Rahmen des Langzeittprojekts "High-Arctic" untersuchen die Forscher seit 1997 die Schadstoffbelastung der in den Seen der kanadischen Arktis beheimateten Seesaiblinge. "Diese Fische haben sich dabei zunehmend als zuverlässige Bioindikatoren für globale Klimaveränderungen herauskristallisiert", betont der Biologe Günter Köck. Durch die Klimaerwärmung werden die Seen immer wärmer, die Stoffwechselrate der Fische erhöht sich, Schwermetalle wie beispielsweise Cadmium reichern sich in den Körpern der Tiere an: "Die bisherigen Untersuchungen zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und Schwermetallbelastung. Je wärmer der Sommer, desto höher ist die Belastung", so der Forscher.

Das besondere Interesse der Forscher gilt dem Quecksilber. Das hochgiftige Schwermetall gelangt aus den Industriegebieten im Süden über die Atmosphäre in die Seen. Die Folgen sind fatal: In den Gewässern und umliegenden Feuchtgebieten wird das Metall aufgrund der Klimaerwärmung in steigendem Maß von Bakterien in das noch weitaus giftigere Methylquecksilber umgebaut, das sich sehr leicht in den Fischen anreichert. Über die Nahrungskette gelangt das Quecksilber in die Körper der Menschen. Günter Köck: "In vielen Gebieten der Arktis wurde bei Inuits bereits eine erhöhte Quecksilberkonzentration festgestellt, die vor allem für Schwangere und Kinder ein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellt."

Bis Mitte August 2010 werden zwei Teams in zehn Seen in der Umgebung von Resolute Bay im äußersten Norden Kanadas Seesaiblinge, Wasser, Sedimente sowie Plankton untersuchen. Ein Highlight im diesjährigen Untersuchungsprogramm ist die Expedition zum zehntgrößten arktischen See der Welt, dem auf Ellesmere Island gelegen Lake Hazen. Von dem nur 800 km vom Nordpol entfernten und 267 m tiefen See hat das Projektteam die erste Tiefenkarte erstellt. Durch seine abgeschiedene Lage und die Tatsache, dass der riesige See ausschließlich von Schmelzwasser gespeist wird, stellt er ein ideales Klimaarchiv dar.

Die Ergebnisse aus der Arktis lassen sich aufgrund der Ähnlichkeit der Ökosysteme auf alpine Hochgebirgsseen übertragen. In den Tiroler Hochgebirgsseen ist der Seesaibling ebenfalls beheimatet und wie schon in den Jahren 2007 und 2008 werden die Forscher auch heuer wieder im Anschluss an die Arktisexpedition die Quecksilberbelastung in den dortigen Populationen messen. Die Untersuchungen sollen zeigen, wie sich das Auftauen des Permafrost auf die Metallbelastung von Gewässern auswirkt.

Das Projekt "High Arctic" ist über das "Global Change-Programm" der ÖAW in das internationale "Geosphere Biosphere Programm" eingebunden. In Kanada wird es vom Polar Continental Shelf Project, dem Northern Contaminants Program und Parks Canada unterstützt. Geleitet wird das Langzeitprojekt von Günter Köck und Derek Muir (Environment Canada, Burlington).


Kontakt:
Dr. Günter Köck
Nationale und internationale Forschungsprogramme
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T +43 1 51581-1271
M +43 664-2053444
guenter.koeck@oeaw.ac.at


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Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
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