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Großes Silbernes Ehrenzeichen an Peter Schuster

Hohe Ehrung des Landes Wien für den Altpräsidenten der ÖAW




Der Wiener Chemiker und ehemalige Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Peter Schuster, wurde mit dem großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien geehrt. Wiens Bürgermeister Michael Häupl würdigte bei der Überreichung am 22. Februar 2010 im Wiener Rathaus die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und bedankte sich insbesondere für die Zusammenarbeit zwischen der Akademie der Wissenschaften und der Stadt Wien, zu der Peter Schuster maßgeblich beigetragen habe.

Herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Chemie

Peter Schuster wurde 1941 in Wien geboren und studierte Chemie und Physik an der Universität Wien. Nach seiner Promotion im Jahre 1967 ging er als Postdoktorand zu Nobelpreisträger Manfred Eigen an das Max-Planck-Institut für Physikalische Chemie nach Göttingen. Er habilitierte sich 1971 für das Fach "Theoretische Chemie" und wurde 1973 als Professor für dieses Fach an die Universität Wien berufen. Peter Schuster war Gastprofessor unter anderem an der University of Waterloo, Canada, und am Santa Fe Institute, New Mexico. Seit 1991 ist Peter Schuster "External Faculty Member" des Santa Fe Instituts. In den Jahren 1992 bis 1995 war er Gründungsdirektor des Instituts für molekulare Biotechnologie in Jena, Thüringen.

Schuster ist Träger zahlreicher Auszeichnungen und Preise, unter anderem des Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich, des Forschungspreises der Phillip Morris Stiftung und des Schrödinger-Preises der ÖAW. Er ist Mitglied mehrerer Akademien, darunter der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der National Academy of Sciences der USA (NAS). In den Jahren 2000 bis 2003 war Schuster Vizepräsident der ÖAW und 2006 bis 2009 deren Präsident.

Peter Schuster wurde bekannt durch seine Arbeiten über die Natur der Kräfte zwischen den Molekülen, die unter anderem auch die Eigenschaften der Biomoleküle bestimmen. Zusammen mit Manfred Eigen entwickelte er eine Theorie der molekularen Evolution, welche die Konzepte der konventionellen Evolutionstheorie mit den Methoden der Molekularbiologie und chemischen Kinetik vereint. Die Anwendung dieser Vorstellungen auf Evolutionsprozesse im Reagenzglas führte zur Entwicklung neuer Methoden in der Biotechnologie, welche es gestatten, Moleküle nach Maß für vorbestimmte Zwecke zu "züchten". In der Folge wurden auch Konzepte für die Bekämpfung von Viren auf der Basis der molekularen Evolutionstheorie entwickelt. Durch diese Arbeiten wurde ein mathematischer Zugang zur Analyse von komplexen chemischen Reaktionsnetzwerken begründet, der heute in der Systembiologie seine Anwendung findet. Anhand der Strukturen und Eigenschaften von Ribonukleinsäuren konnte Schuster den Mechanismus der evolutionären Optimierung und insbesondere die Rolle von selektionsneutralen Varianten aufklären. Diese Arbeiten legen eine Grundlage für den molekularen Zugang zur Erforschung komplexer biologischer Systeme.


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